Maschinenbau
Schlechte Kurse trotz guter Gewinne

Der Maschinen- und Anlagenbau hat über mehrere Jahre Rekordgewinne eingefahren. Doch auch wenn die Auftragsbücher voll sind und die Gewinne sprudeln: An der Börse schlagen sich Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer weniger gut. Warum Anleger die deutsche Boom-Branche fallen lassen.

DÜSSELDORF. Beruhigende Worte fand am Dienstag der Chefvolkswirt des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Ralph Wiechers zu seiner neusten Statistik. Ein Rückgang der Bestellungen um real fünf Prozent im März im Vergleich zum Vorjahresmonat sei "kein Grund zur Panik". Schließlich sei der März 2007 ein Ausnahmemonat gewesen: Um 47 Prozent sei damals der Auftragseingang nach oben geschossen. Zudem seien während der Osterfeiertage 2008 keine Bestellungen angenommen worden. "Die Chancen für bessere Aprilwerte stehen insofern nicht schlecht", sagte Wiechers. Die VDMA-Prognose für das Gesamtjahr bleibt: Nach einem Plus von knapp elf Prozent im vergangenen Jahr erwartet der Maschinen- und Anlagenbau im laufenden Jahr ein Wachstum von fünf Prozent.

Erst vor einer Woche auf der Hannover Messe hatte der Verband optimistisch erklärt, dass der Maschinenbau in diesem Jahr 30 000 neue Arbeitsplätze schaffen will. Volle Hallen, zufriedene Aussteller und 30 Prozent mehr Besucher als bei der vergleichbaren Messe im Jahr 2006 zeigen in Hannover die ungebrochene Attraktivität der Branche. Und trotzdem, auch wenn die Auftragsbücher voll sind und die Gewinne sprudeln: An der Börse schlagen sich Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer nicht gut. Verglichen mit dem Dax schneiden ihre Aktien schlecht ab.

Die im Index Prime Industrial Machinery zusammen gefassten Werte sind in den vergangenen zwölf Monaten bedeutend stärker gefallen als der Dax. "Im Herbst ist die allgemeine Stimmung wegen der Krise aus den USA eingetrübt", meint Richard Schramm, Maschinenbau-Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. "Es hat einen Wechsel der Favoriten hin zu den großen Dax-Werten gegeben."

Deshalb fielen die Aktien der Maschinenbauer Ende Oktober bis Mitte November des vergangenen Jahres besonders kräftig. Zudem gilt der Maschinenbau allgemein als sehr zyklische Branche. Wenn es den Kunden schlecht geht und sie wegen pessimistischer Konjunkturerwartungen keine neuen Anlagen kaufen, geht es den Maschinenbauern noch schlechter. Normalerweise folgen gute und schwache Jahre im raschen Wechsel. Der ununterbrochene Aufschwung seit dem Jahr 2003 ist für die Branche die große Ausnahme.

Die Kurse der Maschinenbau-Aktien generell stark - auch, weil die Zahl der handelbaren Aktien im Vergleich zu den Dickschiffen im Dax relativ klein ist. Analyst Peter Rothenaicher von Unicredit schreibt in einer Branchenanalyse: "Tagesschwankungen von fünf bis zehn Prozent selbst ohne neue Unternehmensnachrichten waren in den vergangenen Monaten keine Seltenheit." Dafür stiegen die Kurse der Maschinenbauer 2006 und im ersten Halbjahr 2007 stärker als der allgemeine Aktienindex.

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