Maschinenbau
VDMA: Talfahrt im Maschinenbau gestoppt

Der Auftragseinbruch im Maschinenbau verlangsamt sich. Im Vergleich zum Vorjahr brachen die Aufträge im September zwar immer noch um 33 Prozent ein. Aber der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sieht wieder Licht am Ende des Tunnels.
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HB FRANKFURT. Die von der weltweiten Konjunkturkrise hart getroffenen deutschen Maschinenbauer sehen einen ersten Hoffnungsschimmer. Zwar sank der Auftragseingang im September binnen Jahresfrist um 33 Prozent, in den vergangenen Monaten hatte das Minus aber noch bei mehr als 40 Prozent gelegen. Zudem gibt es einige Bereiche, die im Vergleich zum Vormonat wieder mehr Bestellungen registrieren, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag mitteilte.

„Der Maschinenbau hat im September offenbar die Talfahrt seiner Auftragseingänge stoppen können“, erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Im Kurvenverlauf bestätige sich im In- und Ausland der Trend einer Stabilisierung auf „magerem Niveau“. Die Aufträge gingen im September sowohl im Inland als auch im Ausland um jeweils 33 Prozent zurück.

Einige Teilbranchen konnten im Vergleich zu den Vormonaten allerdings einen kleinen Orderzuwachs verbuchen, weil sie früher und heftiger als andere von der Krise erfasst wurden oder nun vom Auslaufen der Lagereffekte profitieren. Laut VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann steigt der Auftragseingang unter anderen bei Textilmaschinen. Eine Stabilisierung zeige sich unter anderem bei Werkzeugmaschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Baustoffmaschinen und Kunststoff- und Gummimaschinen.

Zugleich warnte der VDMA vor zu großem Optimismus: „Von einer Erholung mag angesichts der Umsatzrückgänge und der niedrigen Auslastung der Produktionskapazitäten dennoch niemand in der Branche reden“, erklärte Wiechers.

Den Angaben zufolge sank die Produktion von Januar bis August um 26,1 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet die Branche weiterhin mit einem Minus von 20 Prozent. Das entspräche dem stärksten Rückgang seit Erhebung der Statistiken im Jahr 1950. Die Zahl der Mitarbeiter im Maschinen- und Anlagebau verringerte sich bis Ende August um 26 000 auf 928 000. Bis zum Jahresende befürchtet der Verband den Verlust von rund 60 000 Jobs.

Der starke Euro kommt laut Wortmann „zur Unzeit“. Insgesamt werde der Prozess der Stabilisierung dadurch aber nicht infrage gestellt. „Die Nachfrage ist entscheidend“, betonte der Experte.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Juli bis September sanken die Aufträge um 40 Prozent im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ergibt sich ein Minus von 40 Prozent und bei den Auslandsaufträgen ein Minus von 39 Prozent.

Kurz nach der Pleite der amerikanischen Lehman-Bank am 15. September 2008 und der darauffolgenden weltweiten Wirtschaftskrise ging es auch für die deutsche Boombranche rasant bergab. Die Talfahrt begann im Oktober 2008 und hält seitdem an.

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