Maschinenbau
Verband warnt vor Schutzzöllen

Wegen politischer Unsicherheiten und der schwächelnden Weltkonjunktur sehen Deutschlands Maschinenbauer die Zukunft skeptisch. Für 2017 rechnet die exportorientierte Branche nur mit einem leichten Zuwachs.
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Frankfurt/MainDeutschlands Maschinenbauer bekommen die Verunsicherung der Kunden nach dem Brexit-Votum und der Trump-Wahl zu spüren. Zwar rechnet der Branchenverband VDMA für 2017 unverändert mit einem leichten Produktionszuwachs von real 1 Prozent nach einer Stagnation in diesem Jahr. Der Umsatz soll von geschätzt 220 Milliarden Euro auf 224 Milliarden Euro steigen. Doch „ein breit angelegter konjunktureller Aufschwung sieht anders aus“, sagte der neue VDMA-Präsident Carl Martin Welcker am Dienstag in Frankfurt.

Echte Wachstumsimpulse seien nicht in Sicht. Der exportorientierte Maschinenbau leidet das fünfte Jahr in Folge unter der schwächelnden Weltkonjunktur und unter politischen Unsicherheiten. Die Unternehmen halten sich mit Investitionen in Maschinen und Anlagen zurück.

Durch die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, und die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten seien neue Risiken hinzugekommen, sagte Welcker. Trump war im Wahlkampf gegen Freihandel zu Felde gezogen. Protektionistische Tendenzen auch in anderen Ländern machen der Branche Sorge. „Mauern und Schutzzölle sind keine Lösung“, mahnte Welcker angesichts einer Exportquote von mehr als 75 Prozent im Maschinenbau. „Wir dürfen das Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen und das Feld den Populisten überlassen.“

Die Hoffnungen des Verbandes, der im kommenden Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, ruhen auf einer Konjunkturerholung in der Europäischen Union. Die EU ist der wichtigste Absatzmarkt für Maschinen „made in Germany“. In Russland sieht die Branche erstmals seit längerem wieder die Chance auf ein kleines Plus, die Exporte nach Brasilien könnten die Talsohle erreicht haben.

Keine Impulse erwartet die mittelständisch geprägte Branche mit mehr als einer Million Beschäftigten auch 2017 vom chinesischen Markt. Von Januar bis September brachen die Ausfuhren in die zweitgrößte Volkswirtschaft, die mitten im Umbau steckt, um 11,5 Prozent ein. Auch der US-Markt verlor an Kraft. Insgesamt verringerten sich die Exporte in den ersten drei Quartalen leicht um 0,5 Prozent.

Die Produktion sank in den ersten zehn Monaten preisbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund war allerdings vor allem die unterschiedliche Zahl von Arbeitstagen. Der VDMA ist zuversichtlich, dass das Minus bis zum Jahresende wieder ausgeglichen werden kann. Seit 2012 kommt die Produktion allerdings nicht richtig vom Fleck.

Die zurückhaltende Nachfrage macht sich inzwischen bei der Auslastung der Unternehmen bemerkbar. Diese habe im Oktober unterhalb der „Wohlfühlschwelle“ von 85,9 Prozent gelegen. Dennoch sei die Beschäftigung mit gut einer Million Mitarbeitern stabil geblieben.

Kritik äußerte Welcker an der aus seiner Sicht einseitigen Förderung der E-Mobilität: „Die Bundesregierung will die Elektromobilität herbeizwingen, ohne nach links und rechts zu schauen.“ Alternativen wie die Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren für CO2-neutrale Kraftstoffe oder Wasserstoffantriebe würden nicht mit der gleichen Intensität weiter untersucht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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