Maschinenbaubranche
Der Wachstumsmotor stottert

Die Wirtschaftskrise trifft nun auch den erfolgsverwöhnten deutschen Maschinenbau mit voller Wucht: Deutschlands Paradebranche fürchtet den Verlust von 25 000 Stellen. Dazu sollen die Arbeitsplätze von 50 000 Leiharbeitern wegfallen.

FRANKFURT. Die Wirtschaftskrise trifft nun auch den erfolgsverwöhnten deutschen Maschinenbau mit voller Wucht. Wegen des harten Einbruchs bei den Aufträgen hat der Branchenverband VDMA seine Prognose für 2009 drastisch nach unten korrigiert: Er rechnet nun nicht mehr mit einer Stagnation, sondern mit einem Rückgang der Produktion um real sieben Prozent. Folge: Rund 25 000 feste Arbeitsplätze und 50 000 Leiharbeiter werden nach Schätzung des Verbands in diesem Jahr wegfallen.

Die Maschinenbaufirmen spüren deutlich, dass Kunden weltweit mit wachsender Verunsicherung auf die wirtschaftliche Lage reagieren und ihre Investitionen und Ausgaben weitgehend stoppen. Im Dezember lagen die Bestellungen um 40 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. "Das vierte Quartal war das schlechteste seit 1958", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Hannes Hesse.

Der Einbruch ist ein Abbild der schwierigen Lage auf den Weltmärkten. Der Maschinenbau gilt als Paradepferd der deutschen Exportwirtschaft, die Branche war viele Jahre lang voll auf Wachstum eingestellt. Mit rund 970 000 Beschäftigten ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau eigenen Angaben zufolge größter industrielle Arbeitgeber.

Bisher war der Verband für 2009 von einer auf dem Rekordwert von 194 Mrd. Euro stagnierenden Produktion ausgegangen. Hesse betonte, dass auch die neue Prognose extrem unsicher sei. Zudem gebe es große Unterschiede zwischen den Branchen: Während Unternehmen aus dem Bereich Energie und Bergbaumaschinen auch für 2009 Umsatzzuwächse erwarteten, müssten sich die Hersteller von Textil- und Werkzeugmaschinen auf zweistellige Minusraten einstellen.

Für 2010 wagt der Verband keine Prognose, auch nicht darüber, wie lang der Abschwung dauern wird. Im zweiten Halbjahr 2009 könne es geringere Minusraten bei den Auftragseingängen geben, aber noch kein Plus, sagte der Chefvolkswirt des Verbands, Ralph Wiechers. "Wir bauen auf einem hohen Sockel auf", versicherte er. Noch reichen die Aufträge im Durchschnitt der Branche ein halbes Jahr. Zuversichtlich stimmt die Branche, dass die Lager der Kunden weitgehend geräumt seien.

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