Maschinenbauer aus Düsseldorf
US-Investor Singer will Gea umkrempeln

Trotz guter Zahlen könnten auf den Maschinenbauer Gea unstete Zeiten zukommen: Der aktivistische Investor Elliott baut seinen Anteil am Konzern aus. Einen Strategieschwenk plane der Fonds jedoch nicht.
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DüsseldorfDer schwächelnde Anlagenbauer Gea könnte nach dem Einzug des US-Hedgefonds Elliott vor unruhigen Zeiten stehen. Elliott wolle Gea zwar nicht zerschlagen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Der Konzern könne jedoch seine Margen deutlich verbessern.

Große Stellenstreichungen müsse es nicht geben, allerdings könnten einige der 65 Werke des 17.000 Mitarbeiter zählenden Unternehmens dicht gemacht werden. Der Fonds des US-Finanzinvestors Paul Singer hält gut drei Prozent an Gea. An der Börse schossen die Aktien um fast zehn Prozent in die Höhe.

Gea wollte den Vorstoß des aktivistischen Investors nicht kommentieren. Es habe im Rahmen der "normalen IR-Aktivitäten" Gespräche mit Elliott gegeben. Zu dem Inhalt werde sich der Konzern wie auch bei anderen Gesprächspartnern nicht äußern.

Der überwiegend für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Konzern hatte zuletzt die Anleger verprellt. Im Juli hatte das Management um Vorstandschef Jürg Oleas zum zweiten Mal binnen zehn Monaten seine Prognose gekappt. 2017 werde ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 600 bis 640 Millionen angepeilt statt 620 bis 670 Millionen Euro.

Als Grund nannte Oleas ungünstige Margenmixeffekte und Rückstellungen für Abfüllanlagen, die nicht den Ansprüchen der Kunden entsprächen. Das Vertrauen in den Vorstand sei gestört, erklärten daraufhin einige Analysten.

Elliott will mit Gea-Management zusammen arbeiten

Elliott strebe einen konstruktiven Dialog mit dem Management an, sagte der Insider. Vorstandschef Oleas hat noch einen Vertrag bis Ende 2019. Der Schweizer führt Gea seit 2004. Unklar blieb, ob Elliott einen Platz im Aufsichtsrat des Unternehmens anstrebt und seine Beteiligung weiter ausbauen will.

Der Hedgefonds setzt bei seinen Beteiligungen oft das Management unter Druck, mehr aus den Unternehmen herauszuholen. Zu den Beteiligungen gehört unter anderem der Arzneimittelhersteller Stada, der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel und der britisch-australische Bergbaukonzern BHP Billiton.

Im August hatte der ebenfalls als aktivistisch geltende Investor Albert Frere die Drei-Prozent-Meldeschwelle überschritten. Trotz der Rückschläge seien die Geschäftsaussichten im Grunde hervorragend, schrieben die Experten von Hauck & Aufhäuser. Gea sei in der Lage, in den kommenden Jahren seine Margen deutlich zu verbessern.

Dem Insider zufolge könnte Gea nach Einschätzung von Elliott seine operative Gewinnmarge (Ebit-Marge) um vier Punkte erhöhen und damit das Mittelfristziel von 13 bis 16 Prozent erreichen. Zudem gebe es im Einkauf Spielraum für Verbesserungen. Auch könne Gea das laufende Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 450 Millionen Euro auf über 500 Millionen Euro ausweiten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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