Maschinenbauer aus Düsseldorf US-Investor Singer will Gea umkrempeln

Trotz guter Zahlen könnten auf den Maschinenbauer Gea unstete Zeiten zukommen: Der aktivistische Investor Elliott baut seinen Anteil am Konzern aus. Einen Strategieschwenk plane der Fonds jedoch nicht.
Update: 11.10.2017 - 14:26 Uhr Kommentieren
Erst im Juli kappte der überwiegend für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagenbauer erneut seine Prognose und sorgte für Unmut bei Aktionären. Quelle: dpa
Anlagenbauer Gea

Erst im Juli kappte der überwiegend für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagenbauer erneut seine Prognose und sorgte für Unmut bei Aktionären.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer schwächelnde Anlagenbauer Gea könnte nach dem Einzug des US-Hedgefonds Elliott vor unruhigen Zeiten stehen. Elliott wolle Gea zwar nicht zerschlagen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Der Konzern könne jedoch seine Margen deutlich verbessern.

Große Stellenstreichungen müsse es nicht geben, allerdings könnten einige der 65 Werke des 17.000 Mitarbeiter zählenden Unternehmens dicht gemacht werden. Der Fonds des US-Finanzinvestors Paul Singer hält gut drei Prozent an Gea. An der Börse schossen die Aktien um fast zehn Prozent in die Höhe.

Gea wollte den Vorstoß des aktivistischen Investors nicht kommentieren. Es habe im Rahmen der "normalen IR-Aktivitäten" Gespräche mit Elliott gegeben. Zu dem Inhalt werde sich der Konzern wie auch bei anderen Gesprächspartnern nicht äußern.

Der überwiegend für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Konzern hatte zuletzt die Anleger verprellt. Im Juli hatte das Management um Vorstandschef Jürg Oleas zum zweiten Mal binnen zehn Monaten seine Prognose gekappt. 2017 werde ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 600 bis 640 Millionen angepeilt statt 620 bis 670 Millionen Euro.

Die wichtigsten Roboterbauer der Welt
Dürr AG (Deutschland)
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Im Jahr 1895 gründete Paul Dürr den Maschinen- und Anlagenbauer. Mittlerweile ist die Dürr AG ein börsennotiertes Unternehmen, in dem unter anderem Lackierroboter (Bild) hergestellt werden. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart beliefert vor allem Automobilhersteller. Im Jahr 2016 machte Dürr mit seinen Robotern einen Umsatz von 561 Millionen Euro.

(Quelle: Geschäftsberichte/Statista)

Kuka Robotics (Deutschland)
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Die Kuka AG mit Sitz in Augsburg produziert Industrieroboter ebenfalls hauptsächlich für die Automobilbranche. Die Roboter des börsennotierten Unternehmens wurden aber auch schon in Spielfilmen und als Fahrgeschäfte in diversen Freizeitparks eingesetzt. 2016 übernahm der chinesische Hausgerätehersteller Midea das Unternehmen. Der Umsatz mit Industrierobotern lag 2016 bei 994 Millionen Euro.

Kawasaki Heavy Industries (Japan)
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Der japanische Schwerindustriekonzern produziert und nutzt auch Industrieroboter. Sie werden insbesondere beim Fahrzeugbau eingesetzt. Der Konzern baut außerdem Flugzeuge, Turbinen und Schiffe. 2016 lag der Umsatz bei den Robotern bei umgerechnet 1,06 Milliarden Euro.

Yaskawa (Japan)
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Die japanische Firma erfand den Begriff Mechatronik und ließ ihn sich bereits 1972 patentieren. Auf dem Robotermarkt gehört das Unternehmen zu den Pionieren. Die sogenannten Motoman-Roboter für den industriellen Gebrauch werden schon seit 1977 verkauft. Der Umsatz bei der Roboterherstellung lag vergangenes Jahr bei 1,2 Milliarden Euro.

Fanuc (Japan)
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Das Elektronik- und Maschinenbauunternehmen stellt neben Industrierobotern auch Fräsmaschinen oder Maschinen zur Nano-Bearbeitung her. Das „Forbes“-Magazin nahm die Firma 2011 in seine Liste der weltweit innovativsten Unternehmen auf. Fanuc machte 2016 mit seinen Robotern einen Umsatz in Höhe von 1,5 Milliarden Euro.

ABB Robotics (Schweiz)
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Der Energie- und Automatisierungskonzern ABB hat seinen Hauptsitz in Zürich und ist international tätig. Die Firma machte 2016 mit ihren Industrierobotern einen Umsatz in Höhe von rund 8,3 Milliarden Euro.

Mitsubishi Electric
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Die Japaner sind der Spitzenreiter bei der Roboterproduktion. Mit der Herstellung der Maschinen machte die Firma 2016 einen Umsatz in Höhe von 10,4 Milliarden Euro.

Als Grund nannte Oleas ungünstige Margenmixeffekte und Rückstellungen für Abfüllanlagen, die nicht den Ansprüchen der Kunden entsprächen. Das Vertrauen in den Vorstand sei gestört, erklärten daraufhin einige Analysten.

Elliott will mit Gea-Management zusammen arbeiten

Elliott strebe einen konstruktiven Dialog mit dem Management an, sagte der Insider. Vorstandschef Oleas hat noch einen Vertrag bis Ende 2019. Der Schweizer führt Gea seit 2004. Unklar blieb, ob Elliott einen Platz im Aufsichtsrat des Unternehmens anstrebt und seine Beteiligung weiter ausbauen will.

Der Hedgefonds setzt bei seinen Beteiligungen oft das Management unter Druck, mehr aus den Unternehmen herauszuholen. Zu den Beteiligungen gehört unter anderem der Arzneimittelhersteller Stada, der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel und der britisch-australische Bergbaukonzern BHP Billiton.

Im August hatte der ebenfalls als aktivistisch geltende Investor Albert Frere die Drei-Prozent-Meldeschwelle überschritten. Trotz der Rückschläge seien die Geschäftsaussichten im Grunde hervorragend, schrieben die Experten von Hauck & Aufhäuser. Gea sei in der Lage, in den kommenden Jahren seine Margen deutlich zu verbessern.

Dem Insider zufolge könnte Gea nach Einschätzung von Elliott seine operative Gewinnmarge (Ebit-Marge) um vier Punkte erhöhen und damit das Mittelfristziel von 13 bis 16 Prozent erreichen. Zudem gebe es im Einkauf Spielraum für Verbesserungen. Auch könne Gea das laufende Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 450 Millionen Euro auf über 500 Millionen Euro ausweiten.

  • rtr
  • dpa
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