Maschinenbauer setzt auf einheitliches Pfandsystem für Pet-Flaschen
Krones hofft auf Schub in Deutschland

Die Krones AG rechnet mit einer kräftigen Belebung ihres derzeit noch schwachen Deutschland-Geschäfts. „Wenn sich der Handel auf ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem für Pet-Flaschen einigt, werden wir davon sicher profitieren“, sagte Krones-Chef Volker Kronseder dem Handelsblatt. Viele deutsche Kunden des weltgrößten Herstellers von Getränkeabfüllmaschinen würden derzeit wegen der noch unsicheren Lage nicht investieren, unterstrich der Manager.

NEUTRAUBLING. „In den USA und in Asien läuft das Geschäft rund, aber Deutschland ist schwach“, sagte Kronseder. Ein Grund dafür sei ein Innovationsstau bei den Getränkeabfüllern, den wichtigsten Kunden von Krones. Die Firmen warten darauf, dass sich der Handel endlich auf ein Rücknahmesystem für Einweg-Plastikflaschen, die so genannten Pet-Flaschen, über alle Läden und Ketten hinweg einigt. Derzeit nehmen die Geschäfte lediglich die von ihnen selbst verkauften Flaschen zurück. Weil das für die Kunden unbequem ist, stockt der Absatz dieser Produkte und die Abfüller geben kein Geld für neue Anlagen aus.

Kronseder geht davon aus, dass es in den nächsten Wochen eine Einigung des Handels gibt. Auch Branchenbeobachter rechnen mit einer baldigen Lösung. Das würde Krones dann einen deutlichen Schub geben. Auf Deutschland alleine verlässt sich der 51-Jährige zwar schon lange nicht mehr: 2004 sank der Anteil des Heimatmarkts am Umsatz sogar von zuvor 20 auf nur noch 18 Prozent. Ein gutes Geschäft hier zu Lande könnte aber dafür sorgen, dass Krones die obere Grenze seines angestrebten Umsatzwachstums von jährlich fünf bis zehn Prozent erreicht.

Die Firma aus Neutraubling bei Regensburg ist einer der erfolgreichsten Maschinenbauer in Deutschland und seit Jahren auf strammem Expansionskurs. In den vergangenen fünf Jahren stieg der Umsatz um die Hälfte auf 1,5 Mrd. Euro. Der Gewinn kletterte derweil von 38 auf 62 Mill. Euro. Auch der Aktienkurs des im MDax notierten Papiers hat sich gut entwickelt: Binnen Jahresfrist kletterte der Wert von 75 auf derzeit rund 87,50 Euro. Viele Analysten empfehlen das Papier zum Kauf, da sie weiteres Kurspotenzial sehen.

Krones profitiert davon, dass seine beiden größten Wettbewerber, Sidel und SIG, ebenfalls aus Europa kommen. Das ist deshalb wichtig, weil die Bayern damit nicht gegen Konkurrenten antreten müssen, die aus dem Dollar-Raum stammen. Wegen des schwachen Dollars könnten diese Unternehmen ihre Produkte viel billiger anbieten als die Europäer.

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