Maschinenbauer
Trumpf rüstet sich für länger anhaltende Krise

Der Maschinenbauer Trumpf schließt einen Verlust für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 (30. Juni) nicht aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr schaffte das Unternehmen noch einen Vorsteuergewinn von 52,2 Mio. Euro, die Erlöse sanken um 22,5 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro. Der Auftragseingang sackte sogar um 35 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro ab.

DITZINGEN. Das schwäbische Familienunternehmen Trumpf hat in der Wirtschaftskrise nur mit Mühe und dank massiver Kostensenkungen um 60 Mio. Euro rote Zahlen vermieden. Der Maschinenbauer schlägt sich damit besser als viele andere Unternehmen in der Branche. Für das laufende Jahr 2009/10, das zum 30. Juni endet, schließt aber auch der solide finanzierte Laserspezialist einen Verlust nicht mehr aus.

„Sollte sich die Auftragslage nicht deutlich bessern, ist auch ein Verlust unvermeidbar“, sagte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Es wäre der erste seit dem Krisenjahr 1993/94, als das Unternehmen Mitarbeitern das letzte Mal betriebsbedingt kündigen musste. Auch wenn die Talsohle erreicht sei, und es Erholunszeichen in einzelnen Märkten gebe, bleibt die Chefin skeptisch: „Ich rechne eher mit einem nochmaligen Umsatzrückgang als damit, dass wir schnell wieder auf das Niveau der Boomzeiten kommen.“

Trumpf braucht nach Angaben von Finanzchef Harald Völker mindestens einen Auftragseingang von 1,4 Mrd. Euro, um kostendeckend arbeiten zu können. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Auftragseingang allerdings um ein Drittel auf 1,4 Mrd. Euro. Die Erlöse sanken um 22,5 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro. Nach einem Vorsteuergewinn von 52,2 Mio. Euro blieb unter dem Strich ein Gewinn von 19 Mio. Euro übrig. Er schmolz damit um gut 90 Prozent.

Um gegen die anhaltende Krise gewappnet zu sein, hat das Unternehmen 100 Mio. Euro Kredit bei den Banken aufgenommen und Darlehen der Eigentümer in Höhe von 75 Mio. Euro in haftendes Eigenkapital des Unternehmens gewandelt. Mit 160 Mio. Euro liquiden Mitteln sei Trumpf ausreichend finanziert, betonte Völker.

Die Eigenkapitalquote des Familienunternehmens erhöhte sich von 48,8 auf 52,8 Prozent. Trumpf gehört zu 96,2 Prozent der Familie Leibinger und zu 3,8 Prozent der Berthold Leibinger Stiftung GmbH. Neben der Unternehmens-Chefin befinden sich noch ihr Ehemann Mathias Kammüller sowie ihr Bruder Peter Leibinger in der Geschäftsführung. Vater Berthold residiert im Aufsichtsrat.

Seite 1:

Trumpf rüstet sich für länger anhaltende Krise

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%