Massenproteste
Conti-Mitarbeiter wehren sich gegen Werksschließung

Die deutschen Mitarbeiter des Reifenherstellers und Autozulieferers Continental haben am Dienstag an allen 26 heimischen Conti-Standorten in Betriebsversammlungen gegen den geplanten Personalabbau im Hannoveraner Stammwerk des Konzerns protestiert. Nach Angaben der Gewerkschaft IG BCE verlangten 30 000 Beschäftigte „ein Bekenntnis zum Standort Deutschland“.

HB HANNOVER. Die Belegschaft forderte die Unternehmensspitze auf, die von Conti-Vorstand Manfred Wennemer angekündigte Schließung der Pkw- Reifenproduktion in Hannover-Stöcken zurückzunehmen und eine eindeutige Standorterklärung abzugeben. Eine im Mai unterzeichnete Betriebsvereinbarung enthalte eine „eine klare Zusage“ für den Erhalt der Produktionskapazität und der Arbeitsplätze bis Ende 2007, sagte IG BCE-Sprecher Peter Wind in Hannover.

Im Stammwerk Stöcken will das Unternehmen die Pkw-Reifenproduktion mit 320 Beschäftigten schließen, obwohl dort profitabel gearbeitet wird. Die Gewerkschafter halten dieses Vorgehen für rechtswidrig, weil es den Vereinbarungen vom Mai widerspreche. „Es ist deutlich geworden, dass die Beschäftigten dem Vorstand einfach nicht mehr vertrauen“, sagte Wind. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wollen nun erreichen, dass sich dieser in der nächsten Sitzung des Gremiums am 14. Dezember mit der Sache befasst. Wind: „Wir hoffen auf Einsicht in der nächsten Aufsichtsratssitzung am 14. Dezember.“

Die Solidarität unter den Arbeitnehmern des Konzerns sei „beeindruckend“ gewesen, sagten Wind und der Betriebsratsvorsitzende in Stöcken, Wilfried Hilverkus. Er habe einen so großen Zusammenhalt noch nie erlebt. Nach den Rückmeldungen bis zum Nachmittag seien fast alle 30 000 Beschäftigten an den deutschen Conti-Standorten den Aufrufen gefolgt, sagte Wind. Allein in Hannover hätten rund 5000 Arbeitnehmer an Betriebsversammlungen teilgenommen.

Betriebsrat und Gewerkschaften hatten zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen, auch weil sie einen Dominoeffekt befürchten. Andernorts könnten ebenfalls Arbeitsplätze in Gefahr geraten oder ins Ausland verlagert werden. Sie werfen der Unternehmensspitze vor, sich einseitig an Kapitalinteressen zu orientieren. Conti schreibt derzeit Rekordgewinne.

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