Massive Stellenstreichungen erwartet
Hamburger Airbus-Werk muss auch darben

Dass zehn Prozent der Mitarbeiter in den EADS-Hauptquartieren Paris und München gehen müssen, ist schon beschlossene Sache. Jetzt ist aber auch von massiven Stellenstreichungen in Hamburg die Rede. Der Airbus-Großkunde Emirates hat zudem Zweifel am bereits deutlich verzögerten Auslieferungsplan des A380 angemeldet.

HB MÜNCHEN. Im Hamburger Airbus-Werk sollen einem Bericht zufolge in den kommenden vier Jahren Tausende Arbeitsplätze wegfallen. Wie „Focus Online“ unter Berufung auf Pariser Regierungskreise berichtet, einigten sich die französischen Hauptaktionäre des Mutterkonzerns EADS auf die Eckpunkte des bereits angekündigten Sparprogrammes „Power 8“. Demnach wird die Hansestadt ihren Teil an der Produktion des Superjumbos A380 behalten, aber in den kommenden vier Jahren Tausende Stellen verlieren.

Dem Bericht zufolge sind sich die französische Regierung und der Mischkonzern Lagardère über die Streichungen einig. Beide sind wichtige EADS-Aktionäre. Insgesamt sollen den Informationen von Focus Online zufolge zehn Prozent der weltweit 110 000 Arbeitsplätze bis 2010 sowohl bei Airbus als auch bei den Zulieferern gestrichen werden. Erster konkreter Schritt sind die Einschnitte in Paris und München.

EADS-Co-Chef Thomas Enders gibt sich indes im Gespräch mit der Wirtschaftswoche zuversichtlich, dass die Probleme beim A380 nicht auf andere Geschäftsfelder im Konzern überschwappen. „Alle Bereiche schreiben schwarze Zahlen und helfen so, der Krise bei Airbus gegenzusteuern.“ Das werde zwar den Gewinneinbruch durch den A380 nicht wettmachen, so Enders. Aber „insgesamt erwarten wir in den Nicht-Airbus-Geschäften im nächsten Jahr eine Milliarde Euro Gewinn“.

Für die nächsten Jahre kündigt Enders eine „erhebliche Steigerung“ an: „Für die Konzernzentrale haben wir die Budgets massiv gekürzt und eine Personalreduzierung um zehn Prozent beschlossen. Vorstand und oberen Führungskräften haben wir eine Nullrunde verordnet.“ Enders ist überzeugt, „EADS wird aus dieser Krise gestärkt hervor gehen.“ Weniger positiv bewertet er den überraschenden Rücktritt von Airbus-Chef Christian Streiff: „Ich habe den Eindruck, der Mann hat Angst vor der Aufgabe bekommen. Für mich ist das Fahnenflucht. Ein Kommandeur verlässt seine Truppe nicht, wenn sie im Feuer steht.“

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