Massive Überkapazitäten in den USA
Ratingagentur stuft GM und Ford herunter

Nach Standard & Poor’s hat eine weitere führende Ratingagentur die Kreditwürdigkeit von General Motors und Ford herabgestuft. Moody’s setzte beide Autohersteller auf die unterste Stufe, den so genannten „Ramsch-Status“.

HB PORTLAND. Dieser Schritt signalisiert höheres Risiko und verteuert die Aufnahme neuer Schulden. Für die beiden Autokonzerne, die auf ihrem Heimatmarkt tief in den roten Zahlen operieren, ist die Abstufung ein neuer Schlag. Sie betrifft bei Ford 150 Mrd. Dollar und bei GM 170 Mrd. Dollar an Schuldpapieren.

Moody’s begründet die Abstufung mit zu hohen Kosten, sinkenden Marktanteilen und einem hohen Liquiditätsabfluss. Die weiteren Aussichten seien negativ, schreiben die Kreditbewerter.

Sprecher beider Autofirmen bezeichneten die Abwertung als „enttäuschend“. Von GM hieß es, das Unternehmen sehe Fortschritte durch neue Produkte und erfolgreiches Marketing. Ford-Finanzchef Don Leclair sagte, Ford werde die Kosten weiter senken und die Bilanz verbessern. GM leidet unter veralteten Modellen und zu hohen Kosten vor allem für die Gesundheitsversorgung ihrer Arbeiter und verhandelt seit Wochen mit der Gewerkschaft UAW über Zugeständnisse. GMs hochprofitable Finanztochter GMAC schloss unlängst ein mehrjähriges Abkommen mit der Bank of America zur Sicherung ihrer Refinanzierung.

Seit Juni drückt General Motors mit dem Angebot von Belegschaftspreisen für alle Kunden massiv Fahrzeuge in den Markt. Im Juli zogen Ford und Daimler-Chrysler-Tochter Chrysler mit gleichen Rabattangeboten nach. Die hohen Preisnachlässe bescherten zweistellige Zuwachsraten und hoben den Gesamtmarkt im Juli auf Rekordniveau. Aber vor allem GM und Ford räumten damit nur Altbestände bei den Händlern ab. Das verbesserte die Ausgangslage für den neuen Modelljahrgang 2006, der jetzt zu den Händlern rollt. Andererseits fürchten die Händler eine starke Nachfrageabschwächung, weil viele Käufe vorgezogen wurden.

GM verlängerte deshalb jetzt das Rabattprogramm um einen weiteren Monat und dehnte es noch auf weitere Fahrzeuge aus. „Wir haben uns gefragt, was im September kommt. Das ist die Antwort“, sagt ein großer Händler in Texas.

Weil ihnen vor allem japanische Marken mit modernen Werken und attraktiven Modellen fast ein Drittel des Marktes abnahmen, haben GM und Ford in USA massive Überkapazitäten. Die Tarifverträge lassen keine Schließungen zu und schreiben unter anderem Sozialkosten fest, die allein bei GM in diesem Jahr an die sechs Mrd. Dollar erreichen. Der Tarifvertrag läuft noch bis 2007 und die UAW verweigert bislang eine Änderung. Beide Unternehmen kämpfen zudem mit Altlasten ihrer ehemaligen Zuliefertöchter, GM bei Delphi und Ford bei Visteon.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%