Massiver Stellenabbau in Deutschland befürchtet
Aventis-Beschäftigte fühlen sich hintergangen

Nach der Entscheidung von Aventis, sich doch von dem Konkurrenten Sanofi schlucken zu lassen, sorgen sich Arbeitnehmervertreter über einen Stellenabbau in Deutschland.

HB FRANKFURT. Kaum ein Beschäftigter des Pharmakonzerns Aventis in Deutschland mochte am Montag an die Arbeit gehen. Das einzige Gesprächsthema bei den rund 9000 Mitarbeitern in Frankfurt und Bad Soden war die geplante Übernahme durch den französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo. „Im Moment weiß keiner, wie es weitergehen soll“, sagt Joachim Schmidt, der seit 42 Jahren in der Wirkstoff-Produktion arbeitet. „Besser wird's auf keinen Fall, das ist klar.“

Obwohl Sanofi mehrfach beteuert hat, keine Stellen in Deutschland abzubauen, trauen viele diesen Ankündigungen nicht. „Natürlich haben wir Angst um unseren Arbeitsplatz“, sagt Klaus Badeck, der seit 27 Jahren in Frankfurt-Höchst in der Forschung arbeitet. Auch die rund 600 Auszubildenden fürchten um ihre Zukunft. „Schon vor der Fusionierung sind nicht alle Azubis übernommen worden. Wir haben Angst, dass das jetzt noch schlimmer wird“, sagt Jugendausbildungsvertreter Halil Cam.

Mit dem Slogan „Hände weg von Aventis!“ hatten die Beschäftigten seit der Ankündigung der „feindlichen Übernahme“ vor drei Monaten mit fantasievollen Aktionen gegen ein Zusammengehen mit Sanofi gekämpft. Die Unternehmensführung - allen voran Aventis-Chef Igor Landau - wähnten sie dabei auf ihrer Seite. Nach der plötzlichen Kehrtwende im Übernahmekampf fühlen sich nun viele vom Management hintergangen. „Die Leute sind stinksauer, der Frust ist groß“, berichtet Gesamtbetriebsrat Friedhelm Conradi.

Seite 1:

Aventis-Beschäftigte fühlen sich hintergangen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%