Matthias Müller
Porsche-Chef will sich nicht bremsen lassen

Im Kleinen ist Porsche-Chef Matthias Müller, der von Volkswagen kam, die Integration des Sportwagenbauers und des Wolfsburger Konzerns schon gelungen. Doch im Großen hat er mit Schwierigkeiten zu kämpfen.
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FrankfurtPorsche-Chef Matthias Müller würde viel lieber über den neuen 911 sprechen als über die Verzögerungen beim Zusammengehen von Porsche und Volkswagen. Doch erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass aus dem Zusammenschluss in diesem Jahr entgegen der ursprünglichen Planungen nichts mehr wird. 

Müller versucht die Probleme auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) herunterzuspielen. „Die rechtliche Fusion verzögert sich, das hindert uns nicht an der Zusammenarbeit.“ Auswirkungen auf das operative Geschäft bestreitet er. Allerdings muss auch er einräumen, dass die Verzögerung mehr Bürokratie bedeutet, weil Volkswagen und VW massenhaft Einzelverträge schließen müssen. „Das ist aber kein Hexenwerk.“

Als die Nachfragen sich bei einem Gespräch mit Journalisten häufen, gibt Müller das Offensichtliche dann doch zu: „Egal ist uns das nicht. Wir beteiligen uns massiv am Ideenfindungsprozess.“ Die Wahrscheinlichkeit für einen Plan B habe zugenommen. Zudem laufe die Suche nach einem Plan C oder D. Am Ende, so versichert der Manager, „wird auf jeden Fall ein Konstrukt herauskommen, bei dem die Porsche AG im integrierten Konzern eine adäquate Rolle zugewiesen bekommt“. 

Im Kleinen ist Müller, der vom Volkswagen-Konzern nach Stuttgart kam, die Integration schon gelungen. Den VW gegenüber anfangs sehr feindlich eingestellten Betriebsratschef Uwe Hück hat er für sich gewonnen. „Ich habe ihn von den Optionen überzeugt, die sich durch eine gute Zusammenarbeit mit dem Konzern ergeben.“ Zufrieden stellt er fest: „Wir ziehen an einem Strang.“ Auch mit VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh präsentierte Hück sich beim Konzernabend am Montag einträchtig. 

Für die Zukunft hat Müller große Pläne. Im kommenden Jahr kommt der Nachfolger für die Baureihe Boxster/Cayman, 2013 der Cajun. Der kleine Bruder des Geländewagens Cayenne ist das erste Auto, das komplett unter Müllers Ägide entsteht. Doch damit begnügt er sich nicht. Auch einen kleinen Ableger der Limousine Panamera hätte er gerne, und er träumt vom 551 Spyder, einem kleinen offenen Zweisitzer als Nachfolger des 550 Spyder, den der Schauspieler James Dean berühmt machte. 

Von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen ist die mögliche siebte Modellreihe noch nicht. Aber es ist klar, wohin die Reise gehen soll: Mit Autos, die unterhalb der existierenden angesiedelt sind, will Müller neue Zielgruppen erreichen. Denn heute ist der durchschnittliche Porsche-Käufer in Deutschland 53 Jahre alt. Die notwendige Erfahrung bringt Müller mit. Als Produktmanager bei Audi hat er die Markteinführung des Kompaktwagens A3 vorbereitet.

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