Matthias Schmider in offenen Vollzug verlegt
Flowtex und kein Ende

Der Betrugsskandal um die nicht vorhandenen Bohrgeräte des Ettlinger Unternehmens beschäftigt auch Jahre nach Aufdeckung des Schwindels weiter die Justiz. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hat nun Anklagen gegen weitere fünf Beschuldigte erhoben.

HB MANNHEIM/BRUCHSAL. Im größten Wirtschaftskrimi der jüngeren deutschen Geschichte werden nun die Ehefrau eines ehemaligen Geschäftsführers der Flowtex-Gruppe, ein Rechtsanwalt aus Südbaden, zwei auf Mallorca lebende Deutsche sowie ein spanischer Rechtsanwalt beschuldigt. Ihnen werden Geldwäsche sowie Anstiftung und Beihilfe zur Geldwäsche vorgeworfen, teilte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski am Freitag mit. Unterdessen wurde einer der Haupttäter, Matthias Schmider, in den offenen Vollzug verlegt.

Die fünf neuen Angeklagten sollen unmittelbar nach Bekanntwerden der Betrügereien des Ettlinger Unternehmens Anfang Februar 2000 am Verschieben der Vermögensgegenstände mitgewirkt haben. Dabei gehe es vor allem um eine Immobilie auf Mallorca aus dem Eigentum der angeklagten Ehefrau, sagte Jobski. Das Haus soll einen Wert von rund 2,5 Mill. € haben. Ferner drehen sich die Ermittlungen um ein 250 000 € teures Motorboot sowie ein Bankguthaben.

Alle fünf Beschuldigten befinden sich nach Angaben des Oberstaatsanwalts derzeit auf freiem Fuß. Die beiden auf Mallorca lebenden Deutschen waren Ende vergangenen Jahres fünf Monate in Spanien in Untersuchungshaft. Ihnen werden wie dem spanischen Rechtsanwalt auch Untreue sowie Beihilfe zur Untreue zur Last gelegt.

Flowtex hatte 3000 nicht vorhandene Horizontal-Bohrgeräte an Leasingfirmen verkauft. Der strafrechtlich relevante Schaden beläuft sich auf mehr als zwei Mrd. €. Ex-Firmenchef Manfred Schmider war zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Matthias Schmider, der jüngere der beiden Brüder, ist seit kurzer Zeit im offenen Vollzug. Einen entsprechenden Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ bestätigte am Freitag ein Sprecher des Stuttgarter Justizministeriums. Matthias Schmider war im März 2002 vom Landgericht Mannheim wegen Betrugs in 31 Fällen und Beihilfe zum bandenmäßigen Betrug zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Er verbüßt seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal.

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