Mazda-Europa-Chef Jeff Guyton
„Wir brauchen im Moment keine alternativen Antriebe“

Der Autobauer Mazda macht vieles anders als die Konkurrenz – und fährt damit gut. Am Rande des Genfers Autosalons erklärt Europa-Chef Jeff Guyton, warum Mazda kein Elektroauto baut – und glücklicher Single ist.
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GenfDer europäische Automarkt bereitet vielen Autobauern Kopfschmerzen. Bei den Japaner stimmen Profit und Absatzzahlen, auch ohne eine eigene Produktion in Europa. Auf dem Autosalon in Genf erzählt der Mazda-Europachef Jeff Guyton, warum sich die Trennung von Ford am Ende gelohnt hat - und wie Mazda auch im kommenden Jahr erfolgreich sein will.

Herr Guyton, Fiat-Chef Sergio Marchionne sagt, dass keine Volumenmarke wirklich nachhaltig erfolgreich im Markt sein kann, ohne mehr als sechs Millionen Autos weltweit zu verkaufen. Sie haben 2014 rund 1,4 Millionen Fahrzeuge verkauft. Hat Marchionne Unrecht?
Man  muss da einen Blick auf die Details werfen. Aus einer traditionellen Sicht heraus, kann er richtig liegen. Aber werfen wir einen Blick auf die Geschichte von Mazda: Als wir noch mehrheitlich zu Ford gehörten, hätten wir ja eigentlich von größeren Skaleneffekten profitieren müssen. Aber wenn man einen Blick auf die damalige Realität wirft, sieht man, dass wir das kaum getan haben.

Warum?
Früher hatten wir global  gemeinsame Plattformen, so wie Marchionne es sich vorstellt. Wenn beispielsweise ein neues Fahrwerksteil verwendet wurde, dann  wurde es auch in viele Baureihen des Konzerns eingebaut, vom Mazda 3 bis zum Ford Focus . Geringer Aufwand – hoher Ertrag, könnte man meinen.

Aber in der Realität muss man dann auch einen Zulieferer finden, der dieses Teil nahe an allen Produktionsstätten herstellt, die das Teil verwenden. Ford hatte in Europa und in den USA genug Volumen, um die Bauteile für den Konzern dort herzustellen und nicht bei uns in Japan. Und das war unvorteilhaft für uns.

Wie sieht es heute aus?
Heute müssen wir zwar mehr Entwicklungsarbeit als in der Vergangenheit leisten. Schließlich entwickeln wir alles selbst. Aber das zahlt sich aus, wenn wir beispielsweise ein Bauteil später nicht nur für ein, sondern für verschiedene Modelle  verwenden können, ohne auf Partner achten zu müssen. Das ist günstiger.

Anders als andere Hersteller versuchen sie ihre Modelle möglichst global einheitlich zu verkaufen. Egal ob in Japan, den USA oder Deutschland. Baut Mazda das Weltauto?
Wo Sinn und die Absatzzahlen stimmen, versuchen wir auch regionalem Geschmack gerecht zu werden. Wir haben einen B-Klasse-Sedan für China, wir haben den CX-9, der in den USA und im Nahen Osten beliebt ist. Aber wir orientieren uns an den Honigtöpfen.

Und wo stehen sie?
In den Segmenten, in denen wir auch Modelle anbieten – beispielsweise Kompaktwagen, Mittelklasse-Fahrzeuge  und kompakte SUV. Insgesamt ist unsere Modellpalette bestehend aus Mazda2, Mazda3, Mazda6, CX-3, CX-5 und MX-5 aber tatsächlich global ausgerichtet.

Gebaut werden die meisten Modelle noch in Ihrem Stammwerk in Hiroshima. Wie schafft man es, so unterschiedliche Modelle auf einer Produktionslinie zu fertigen?
Wir bauen unsere Modelle alle nach demselben Prozess auf – vom MX-5 bis zum Mazda2. Dadurch haben wir eine größere Flexibilität. Auch unser Werk in Mexiko, das wir gerade für den amerikanischen Markt aufgebaut haben, arbeitet nach diesem Prinzip

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