McKinsey-Studie
LKW-Bauer schalten in der Krise hoch

Alle reden von der Krise. Dabei sind die Aussichten für die LKW-Hersteller besser als gedacht. Die Unternehmensberater von McKinsey prognostizieren weiteres Wachstum – nicht nur in den Schwellenländern.
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DüsseldorfZuletzt regierte auch bei den LKW-Herstellern die Krisenstimmung: Volvo vermeldete einen Auftragsrückgang, MAN schrumpfte der Gewinn um 38 Prozent zusammen, kaum eine Branche ist so konjunkturabhängig wie das Transportgewerbe. Doch die Zukunft der LKW-Hersteller sieht besser aus, als das aktuelle Stimmungsbild vermuten lässt. In ihrer aktuellen Studie „Forces at work“, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt, entwerfen die Unternehmensberater von McKinsey ihre Vision vom LKW-Markt der Zukunft - und geben einen positiven Ausblick.

Bis 2020 soll der weltweite Markt für schwere LKW von derzeit rund 125 Milliarden Euro auf über 190 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr wachsen, prognostizieren die Macher der Studie. Noch wichtiger für die Hersteller: auch der Gesamtgewinn der Lkw-Hersteller soll von 7,2 Milliarden auf geschätzte 10,5 Milliarden Euro anwachsen. Nicht nur in den Schwellenländern steigt die Nachfrage nach schweren LKW.

„Europa und die USA behalten ihre hohe Relevanz für die Hersteller“, sagt Bernd Heid, Partner bei McKinsey und Leiter der Studie. Zwar werde im Jahr 2020 nur noch knapp jeder dritte LKW in diesen Märkten abgesetzt. Doch durch die hohen Margen machen Europa und die USA zusammen weiterhin 60 Prozent des weltweiten Gesamtgewinns der Branche aus.

Allein in Europa ist die Profitabilität mit fast 7,3 Prozent derzeit dreimal so hoch wie in China mit 2,6 Prozent. Ein lukrativer Markt, der wohl weiterhin fest in der Hand westlicher Hersteller bleibt. „Den Herstellern aus den Schwellenländern fehlt derzeit noch das Know-how, um sich auf den westlichen Märkten zu etablieren“, sagt Heid. Neue Emissionsregeln wie Euro-VI erschweren den Einstieg zusätzlich. Um das hohe Preisniveau zu rechtfertigen, müssen die etablierten Hersteller in kraftstoffeffiziente Fahrzeuge investieren. Zusätzliches Wachstum sei auch durch zusätzliche Serviceangebote zu realisieren.

Schwieriger ist dagegen das Geschäft in den Schwellenländern. Die Märkte in China und Indien wachsen zwar überproportional, doch die Marge fällt durch den harten Wettbewerb mit den lokalen Herstellern geringer aus. Zusätzlich machen neue Feinstaub- und Schadstoffverordnungen zusätzliche Investitionen nötig. „Das Engagement in Schwellenmärkten ist für die Hersteller eine Investition in die Zukunft“, sagt Heid. In den Wachstumsmärkten steige künftig die Nachfrage nach höherwertigen LKW. „Race to the middle“, nennen die Unternehmensberater diese Entwicklung. Insbesondere im mittleren Segment seien die Gewinne der Zukunft zu erwarten.

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Hersteller müssen einen Spagat bewältigen

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  • Also, ich werde mit Beginn der großen Depression nicht in LKW-Bauer investieren. Habe übrigens auch nicht den Rat befolgt, griechische Staatsanleihen zu kaufen.

  • Der öffentliche Busverkehr boom, bei den Spritpreisen. Haha!

  • Und der nächste Schmulzenroman aus der Reihe: McKinsey erklärt uns die Welt.

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