MDax-Wert heruntergestuft
Märkte strafen Merck-Aktie ab

Analysten vermuten einen Streit über die Konzernstrategie bei Merck als Grund für die überraschende Ablösung von Firmenchef Bernhard Scheuble. An der Börse wurde die Nachricht über den Weggang von Scheuble negativ aufgenommen

HB FRANKFURT. : Das im Nebenwerteindex MDax notierte Merck-Papier büßte 5,23 Prozent auf 69,75 Euro ein und war damit mit Abstand stärkster Verlierer in dem Index. „Der Grund für die plötzliche Trennung kann nach unserer Ansicht nur in strategischen Differenzen zwischen Professor Scheuble und den Vertretern der Familie liegen“, schrieben die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) am Mittwoch. Merck-Familienaktionäre halten mit rund 73 Prozent die Mehrheit am Kapital der Gesellschaft.

Auch die Bankhäuser Nomura und Sal. Oppenheim vermuten, dass ein Streit über Strategiefragen mit den Familienaktionären zur Ablösung von Scheuble geführt hat. An der aktuellen Geschäftsentwicklung könne es nicht gelegen haben. Merck hatte kürzlich nach einem Gewinnschub im dritten Quartal seine Geschäftserwartungen für das Gesamtjahr angehoben.

Der Konzern hatte am Vortag ohne weitere Erklärungen mitgeteilt, der bisherige stellvertretende Firmenchef Michael Römer sei mit sofortiger Wirkung zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung ernannt worden. Scheuble verlasse nach 24 Jahren Firmenzugehörigkeit das Unternehmen.

Die LRP wies darauf hin, dass Merck nach einer Sanierungsphase zuletzt wieder stärker zukaufen wollte. So fehle es dem Bereich Originalmedikamente an kritischer Masse, um sich langfristig behaupten zu können. Zudem sei der Verwendungszweck der Einnahmen aus der geplanten 500-Millionen-Euro-Anleihe unklar. Die LRP glaubt, dass sich Merck damit für eine größere Akqusisition - wie etwa Altana Pharma - rüsten will. Das Pharmageschäft des Bad Homburger Wettbewerbers würde nach Einschätzug der LRP relativ gut zu Merck passen. „Die frühe Onkologiepipeline von Altana passt gut zu dem Krebsschwerpunkt von Merck,“ hieß es in einer weiteren Studie der Bank.

Die Analysten von Sal. Oppenheim vermuten, dass die Familie dem Konzernchef nicht bei einer großen Akquisition im Bereich Originalpräparate oder bei Generika folgen wollte. „Falls dies der Fall sein sollte, erwarten wir, das der Markt die Sache ziemlich negativ sieht“, schrieb das Bankhaus.

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