Mechantronic wird an Siemens verkauft
Pischetsrieder gewinnt Machtkampf bei VW

Volkswagen treibt die Sanierung seiner kriselnden Kernmarke VW voran – und an der Spitze wird dabei der amtierende Vorstandschef Bernd Pischetsrieder stehen. Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Piech, der in den vergangenen Wochen gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern die Ablösung des VW-Chefs betrieben hatte, ist nach der zweitägigen Klausursitzung „umgekippt“. Die Einzelheiten der Sanierung des Autobauers sind aber weiter offen.

HB WOLFSBURG. Der Vertrag Pischetsrieder soll noch vor der Hauptversammlung am 3. Mai verlängert werden. „Aus meiner Sicht würde ich es heute so sehen“, sagte Piech am Donnerstag in Wolfsburg nach einer Sitzung des Kontrollgremiums auf eine entsprechende Frage. Pischetsrieder bekräftigte, dass er Volkswagen weiter führen wolle. Piech sprach dem Vorstand um Pischetsrieder ein großes Lob aus: „Der Aufsichtsrat ist mit der Arbeit des Vorstandes sehr zufrieden.“

Der Aufsichtsratschef hatte vor einigen Wochen mit einem Interview Spekulationen ausgelöst, der im Frühjahr 2007 auslaufende Vertrag des VW-Chefs könnte möglicherweise nicht verlängert werden. Der VW-Chef selbst sagte, seine Vertragsverlängerung werde erst in der nächsten Aufsichtsratssitzung einen Tag vor der Hauptversammlung am 2. Mai Thema. Darauf habe man sich einvernehmlich geeinigt.

Noch am Mittwoch hatte der Aufsichtsrat sich dagegen entschieden, das Thema Vertragsverlängerung auf der zweitägigen Sitzung am Mittwoch und Donnerstag zu beraten. Pischetsrieders Vertrag läuft noch bis Anfang 2007.

Zugleich teilte VW mit, dass der Aufsichtsrat auf der zweitägigen Klausurtagung der Notwendigkeit zugestimmt habe, die Situation der ertragsschwachen Marke zu verbessern. Der Vorstand solle Restrukturierungsverhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall führen. Pischetsrieder sagte: „Die Ziele sind definiert.“ Über den Weg dorthin gebe es aber unterschiedliche Vorstellungen, sagte Aufsichtsratchef Piech: „Viele Wege führen nach Rom.“ Über die Einführung der 35-Stunden-Woche sei im Aufsichtsrat aber nicht gesprochen worden.

Einzelheiten über den Sanierungsplan wie etwa eine mögliche Verlängerung der Arbeitszeit nannte Pischetsrieder auch auf Nachfrage nicht. Über Berichte, VW könnte die Arbeitszeit von derzeit 28,8 Stunden pro Woche möglicherweise verlängern, „waren wir selbst überrascht“, sagte Pischetsrieder lediglich. Der Aufsichtsrat sei ausführlich über die Lage des Unternehmens informiert worden. Die Marke VW ist nur knapp profitabel, arbeitet in Deutschland teurer als die Konkurrenz und hat große Überkapazitäten. Der Vorstand will das Unternehmen deutlich wettbewerbsfähiger machen.

Seite 1:

Pischetsrieder gewinnt Machtkampf bei VW

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%