Medical Nutrition
Nestlé sorgt fürs Alter vor

Nestlé verstärkt sich im Segment Gesundheit. Der Schweizer Mischkonzern will die Novartis-Sparte Medical Nutrition kaufen. Damit würde Nestlé auf dem lukrativen Markt für Produkte für die klinische Ernährung zur Nummer zwei nach dem US-Konzern Abbott.

FRANKFURT / ZÜRICH. Nestlé will für 2,53 Mrd. Dollar in bar die Novartis-Sparte Medical Nutrition kaufen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Medical Nutrition stellt beispielsweise Produkte her für ältere Leute mit Appetitlosigkeit, chronisch Kranke oder Menschen, die an Diabetes leiden. Zusammen mit der intravenösen Ernährung handelt es sich nach Firmenangaben weltweit um einen Markt von zehn Mrd. Dollar.

Die Börse reagierte mit Kursaufschlägen. Die Nestlé-Aktie legte bis zum Nachmittag um knapp zwei Prozent auf 438 sfr zu. Die Novartis-Papiere kletterten um knapp ein Prozent auf 70,70 sfr. Schon vor einigen Wochen war durchgesickert, dass die beiden Unternehmen über den Verkauf verhandeln. Allerdings fiel der Preis höher aus als von Analysten vorhergesagt. Der Pharmakonzern Novartis, der von Goldman Sachs beraten wurde, lässt sich den Ausstieg aus dem wachstumsstarken Randgeschäft teuer bezahlen.

Mit dem 2,6fachen des für 2006 erwarteten Spartenumsatzes und dem 28fachen des voraussichtlichen Gewinns übertrifft die Bewertung sogar die jüngsten Rekordabschlüsse in der Pharmabranche. So zahlte Bayer für Schering das 18fache, Merck für Serono das 22fache des operativen Gewinns.

Die Analysten der Zürcher Kantonalbank sprachen von einem „stolzen Kaufpreis“. Für den Nestlé-Konzern, der von Lazard und CSFB beraten wurde, hätte es allerdings kaum Alternativen gegeben, um sein Geschäft mit Produkten für klinische Ernährung im großen Stil auszubauen.

Außer Abbott, Novartis und der Fresenius-Tochter Kabi gibt es kaum nennenswerte Wettbewerber. Auf dem wichtigen US-Markt, auf dem Kabi bislang nicht Fuß gefasst hat, ist Nestlé mit seinem vorhandenen Geschäft schon heute die Nummer drei, allerdings mit einem riesigen Abstand zum Marktführer Abbott und der zum Verkauf stehenden Novartis-Sparte. Die in vielen europäischen Märkten führende Fresenius-Sparte hat kein US-Geschäft.

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