Medienbericht
Airbus will eventuell Partner für Standorte suchen

Das Sparprogramm des Flugzeugbauers Airbus wird offenbar vor allem die Verwaltung treffen. Die Produktionsstandorte selbst stehen laut einem Medienbericht nicht komplett zur Disposition, doch auch hier könnte sich einiges ändern.

HB BERLIN/TOULOUSE. Airbus-Chef Louis Gallois sagte der Tageszeitung die „Welt“, die Produktion und die Entwicklung würden überall hoch gefahren zu neuen Rekordziffern. „Das ist nur möglich, weil überall hart gearbeitet wird. Aber in der Verwaltung, in den Zentrale müssen wir schlanker und effizienter werden“.

Die gegenwärtige Werksstruktur des europäischen Flugzeugbauers hält Gallois für nicht mehr zukunftsfähig. „Wir können es uns auf Dauer nicht mehr leisten, überall aus eigener Kraft so viel zu investieren, wie notwendig ist, um jeden Standort zu sichern“, sagte Gallois. Deshalb müsse darüber diskutiert werden, ob es für manche Standorte nicht sinnvoller sei, sie mit Partnern zu betreiben.

Gallois kündigte in dem Interview an, Einzelheiten des Sparprogramms Power acht am 20. Februar dem europäischen Betriebsrat vorzustellen. Lasten und Zukunftschancen würden „fair auf alle Airbus-Nationen“ verteilt. Power acht sei viel mehr als nur ein Kostensenkungsprogramm, es sei ein Veränderungsprogramm für den Flugzeugbauer. „Wir müssen die immer noch nationale Industrieorganisation überwinden.“

Gallois kritisierte zugleich die Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte in Deutschland und Frankreich. „Diese Propaganda ist Gift für Airbus“, sagte er der Zeitung zufolge. „Deutsche und französische Standorte unterscheiden sich in ihrer Wettbewerbsfähigkeit in keiner Weise.“

Zu Spekulationen, die Produktion des Großraumflugzeuges A380 und des Langstreckenjets A350 solle komplett nach Toulouse gehen und die Fertigung des kleineren A320 nach Hamburg, sagte Gallois: „Wir wollen die Endmontagelinien optimieren. Was das in Einzelnen bedeutet, werden wir zuerst den Betriebsräten sagen“.

Trotz der Lieferverzögerungen rechnet Airbus in diesem Jahr mit 20 neuen Aufträgen für den Superjumbo A380. Mindestens zwei neue Kunden würden sich für den Kauf des Großraumjets entscheiden, sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy in Toulouse. Die technischen Probleme bei dem Prestigeprojekt, die das Unternehmen in eine schwere Krise gestürzt hatten, sind nach Angaben Leahys behoben. „Wir sind zurück im Fahrplan, jetzt müssen wir diese Flugzeuge aus dem Werk bekommen“, sagte er. Der Verkaufschef bekräftigte den Plan, im Oktober den ersten A380 an Singapore Airlines auszuliefern.

Nachdem der US-Zusteller FedEx wegen der zweijährigen Lieferverzögerungen seine Bestellung für eine A380-Frachtversion rückgängig machte, hat Airbus noch 15 Kunden. Einige von ihnen machen eine etwaige Abbestellung aber noch von Verhandlungen über Kompensationen abhängig.

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