Medienbericht
Boehringer Ingelheim will US-Tochter schließen

Aus für Ben Venue: Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will seine US-Tochter zum Jahresende aufgeben. Rund 1000 Mitarbeiter sind davon betroffen. Noch im April hatte der Konzern von Modernisierung gesprochen.
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IngelheimDer Pharmakonzern Boehringer Ingelheim gibt seine US-Tochter Ben Venue Laboratories aus Kostengründen auf. Von der Schließung des Werkes in Bedford im Bundesstaat Ohio sind 1100 Mitarbeiter betroffen. Einen entsprechenden Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ (Mainz/Montag) bestätigte eine Sprecherin des nicht börsennotierten Familienkonzerns am Sonntag.

Demnach wird die Produktion bis Ende des Jahres eingestellt. Für die Beschäftigten soll es einen Sozialplan geben. In dem Betrieb, in dem Boehringer im Auftrag anderer Firmen Medikamente herstellt, gibt es der Zeitung zufolge seit längerem Probleme.

Nach Angaben der Zeitung hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA im Mai 2011 in einem „Warning Letter“ (Verwarnungsbrief) auf verunreinigte Produkte und andere Qualitätsmängel hingewiesen. Daraufhin habe die Produktion zeitweise gestoppt werden müssen.

Dass der Betrieb geschlossen wird, sei trotzdem nicht absehbar gewesen: Bei Vorlage der Bilanzzahlen im April habe der Ingelheimer Konzern noch mitgeteilt, er wolle 300 Millionen Euro zurückstellen, um die Produktion zu modernisieren. Bei einer erneuten externen Prüfung habe sich aber gezeigt, dass die Aufrüstung der Fertigung noch teurer werde und die Investitionen nicht rentabel seien, berichtete die Zeitung mit Bezug auf einen Sprecher. Außerdem habe sich das Marktumfeld geändert.

Welche finanziellen Folgen die Schließung für Boehringer Ingelheim hat, lässt sich dem Bericht zufolge noch nicht beziffern: „Es wird auf jeden Fall eine Belastung des Ergebnisses 2013 geben“, wurde ein Sprecher zitiert. 2012 hatten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 11,5 Prozent (währungsbereinigt: plus 6,3) auf rund 14,7 Milliarden Euro zugelegt, der Jahresüberschuss sank unter anderem wegen Einmaleffekten von 1,48 Milliarden Euro auf 1,24 Milliarden Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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