Medienbericht
Chinesen könnten Peugeot retten

Erst Donnerstag hatte der angeschlagene Autobauer Peugeot den US-Konkurrenten General Motors um Unterstützung gebeten - was dieser ablehnte. Nun verdichten sich Hinweise, dass die chinesische Dongfeng einspringt.
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ShanghaiDer angeschlagene französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge über einen Einstieg des chinesischen Partnerunternehmens Dongfeng. PSA-Verwaltungsratschef Thierry Peugeot setze „große Hoffnungen“ in Dongfeng Motor, mit dem PSA bereits ein Joint Venture hat, berichtete die staatlich gestützte chinesische Zeitung „21st Century Business Herald“ am Mittwoch. Beide Seiten stünden seit einiger Zeit in Kontakt miteinander, die Gespräche seien aber „sehr komplex“ und es gebe nur langsam Fortschritte, zitierte die Zeitung eine ungenannte Quelle. Der Ausgang der Verhandlungen sei derzeit noch unklar.

Einer weiteren Quelle zufolge gibt es auch noch keine Einigung über die mögliche Höhe einer Beteiligung. Dem Vorhaben müssten noch die Verwaltungsräte beider Unternehmen zustimmen. Ein Sprecher von Dongfeng wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Sprecherin von PSA in China wies die Informationen als „Gerüchte“ zurück.

Erst am Donnerstag hatte die Nachricht für Aufruhr gesorgt, dass die Peugeot-Eigner, eine von nur drei verbleibenden europäischen Auto-Dynastien, einen Zusammenschluss mit General Motors (GM) vorantreiben wollen. Dafür sei die Familie sogar bereit, die Kontrolle an Europas zweitgrößtem Autobauer aufzugeben, hieß es. Derzeit hält sie 25,4 Prozent der Anteile und 38,1 Prozent der Stimmrechte. Die GM-Führung reagierte öffentlich zurückhaltend auf die Avancen aus Frankreich. „Wir haben im Moment nicht die Absicht, zusätzliches Geld in PSA zu investieren“, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Die Amerikaner hatten im vergangenen Februar sieben Prozent der PSA-Anteile erworben.

PSA hat immense Absatzschwierigkeiten in Europa und schreibt rote Zahlen. Für Frankreich hatte PSA die Streichung tausender Stellen und die Schließung eines ganzen Werkes angekündigt. Für private Investoren sind die Hürden für einen Einstieg hoch. Immer noch übt der französische Staat indirekt Einfluss auf den Konzern aus. Im Aufsichtsrat sitzt auch Louis Gallois, Ex-EADS-Chef und Kommissar für staatliche Investition. Um die Staatsgarantie für die PSA-Bank zu beenden und die Gruppe wieder völlig selbstständig zu machen, müsste ein Investor viel Geld in die Hand nehmen.


afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Medienbericht: Chinesen könnten Peugeot retten"

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  • GM will kein weiteres Geld mehr in PSA stecken. Tja, dann können die Chinesen mal wieder eine Einkaufstour starten...Übernahme einer weiteren europäischen Traditionsmarke und das bewährte Know How absaugen. PSA wird das gleiche Schicksal erleiden wie Saab und Volvo. Adieu Peugeot!

  • Na das beschleunigt den Untergang! Die zwei Planwirtschaften Frankreich und China passen systemisch allerdings gut zusammen!

  • So wie bei Saab?

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