Geely und Daimler (Montage)

Bereits im vergangenen November soll der chinesische Geely-Konzern versucht haben, über eine Kapitalerhöhung bei Daimler einzusteigen.

(Foto: Reuters)

Medienbericht Chinesischer Autobauer Geely könnte bei Daimler einsteigen

Daimler könnte einen chinesischen Großaktionär bekommen. Der Autokonzern Geely hat sich offenbar Anteile am deutschen Konzern gesichert.
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Peking/DüsseldorfDer chinesische Autokonzern Geely will offenbar als Großaktionär beim deutschen Premiumhersteller Daimler einsteigen. Nach einem Bericht des führenden chinesischen Finanznachrichtenportals JRJC will sich der Autokonzern mit drei bis fünf Prozent an Daimler beteiligen. Offiziell wollen weder der chinesische Autokonzern noch Daimler auf Nachfrage des Handelsblatts Stellung zu dem Bericht beziehen. Doch dementieren wollen die beiden beteiligten Konzerne die Gerüchte auch nicht.

Daimler-Aktien liegen zum größten Teil im Streubesitz und können am freien Markt so auch in großer Stückzahl gekauft werden. Die Daimler-Aktie notiert am Freitagvormittag zwei Prozent im Minus und damit im Markttrend.

Bereits im vergangenen November hatte Geely laut Handelsblatt-Informationen Daimler eine milliardenschwere Avance gemacht. Damals hatten die Chinesen offenbar vorgeschlagen, über eine Kapitalerhöhung bei den Stuttgartern einzusteigen. Daimler hatte mit Geely verhandelt, die Chinesen wollten über eine Wandelanleihe Aktien haben – allerdings mit einem Kursabschlag, was Daimler abgelehnt habe, weil es andere Aktionäre schlechter gestellt hätte. Ab einer Position in Höhe von drei Prozent der ausstehenden Aktien wäre eine Beteiligung mitteilungspflichtig.

Aus dem Unternehmensumfeld von Daimler heißt es, dass grundsätzlich jeder Investor mit einem langfristigen Interesse willkommen sei. Größter Aktionär des Stuttgarter Konzerns war bisher der Staatsfonds von Kuwait mit rund 6,8 Prozent, an Nummer zwei folgte die Investmentgesellschaft Blackrock.

Li Shufu – wie sich der Investor Daimler zunutze machen will

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Geely zählt mit einem Marktanteil von fünf Prozent zu den führenden lokalen Autobauern in China. Seit 2010 ist der Konzern im Besitz des einst schwedischen Autobauers Volvo. Zudem ist Geely seit Dezember 2017 mit 8,2 Prozent zugleich größter Einzelaktionär des Lkw-Herstellers Volvo.

Die Volksrepublik ist der größte Pkw-Markt der Welt und forciert – auch wegen der hohen Smogbelastung in vielen Städten – den Umstieg auf alternative Antriebe. Mit Privilegien bei der Zulassung von Neuwagen, mit zahlreichen Vorschriften und auch Subventionen treibt die Regierung den Wandel in der Mobilität voran. Für Volvo-Pkw hat Geely bereits angekündigt, ab 2019 nur noch rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

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5 Kommentare zu "Medienbericht: Chinesischer Autobauer Geely könnte bei Daimler einsteigen"

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  • Ungläubige vom Handelsblatt lesen hier, wir Finken lieben Geely Autos und die Technik von Volvo und bald auch Daimler. Jedes Jahr den doppeten Verkauf, Geely macht das Rennen. Deutsche Technik chinesische Fleiß, das ist der europäischen Arbeitsplätze Preis. Nun Ihr armen Toren, mußt Ihr weiter in der Nase bohren.
    "China Autos lieben wir, Geely halten wir, die Finken. Lasst die deutschen Diesel stinken. Ha Ha Ha"
    MONTHLY
    YTD
    2017 December (units) 153,625 1,247,116
    YoY Change (%) 63.0 42.0
    2018-01-08 Geely Automobile Holdings Limited Sales Volume For December 2017 Reached Another Record High Level Of 153,625 Units Sales Volume Up 42% YOY Sales Volume Target Of 1,580,000 Units For 2018
    2017-12-06 Geely Automobile Holdings Limited Sales Volume For November 2017 Reached Another Record High Level Of 141,265 Units Sales Volume Up 38% YOY

  • Daimler zahlt eine Dividende von ÜBER 5% und hat einen KGV von 8 - macht also schöne Gewinne.
    Warum sollte man da als chinesischer Investor nicht einsteigen?
    Daimler ist der weltgrößte LKW Hersteller und produziert richtig tolle Autos, zudem ist Daimler in den Zukunftsmärkten aktiv - eAutos, selbst fahrende Autos, Kartendienste here, Mobilitätsdienste car2go und mytaxi.
    Aus dem Fuhrpark habe ich seit Jahren alle schönen Marken wie BMW, Daimler-Mercedes und Audi fahren dürfen - am besten waren die von Daimler-Mercedes - dicht gefolgt von BMW - das ist aber nur meine ganz private Meinung!
    Ich kann den Erfolg von Daimler bei der Absatzsteigerung der Premiummodelle absolut auch persönlich nachvollziehen - und unsere chinesischen Freunde scheinbar auch!

  • Die Frage, die ich mir stelle: hätte ich vielleicht doch auf die Empfehlung des Investment-Genies hier hören sollen?
    "China Autos lieben wir, Geely halten wir, die Finken. Lasst die deutschen Diesel stinken. Ha Ha Ha"
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/foerderung-der-elektromobilitaet-china-verschiebt-e-auto-quote-um-ein-jahr/v_detail_tab_comments/20260124.html
    Vom Höchstkurs € 3,26 im Oktober ist Geely aber mittlerweile auf ca. € 2,40 abgesackt.
    Würde mich schon interessieren, ob der Baron Geely immer noch hält... ;-)

  • Mit 3 - 5 Prozent sollte sich der Einfluß in Grenzen halten. Auch hat man als Aktionär keine Rechte auf Firmeninternas Einsicht zu nehmen. Aktionäre dürfen nicht einmal bestimmen wieviel die Vorstände als Gehälter und Boni bekommen. In Deutschland haben vermutlich Gewerkschaften einen höheren Einfluß als Aktionäre. Die Beteiligung der Chinesen an Daimler sehe ich als langjähriger Daimleraktionär als keine Gefahr.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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