Medienbericht
Daimler und Renault-Nissan wagen den Tabubruch

Daimler und sein Partner Renault-Nissan planen offenbar, Modelle von Mercedes und Infiniti gemeinsam zu produzieren. Das erste Gemeinschaftsauto könnte ein kleiner Geländewagen sein, heißt es in einem Medienbericht.
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BerlinAuf der Suche nach neuen Ideen für sinkende Kosten könnte sich Daimler laut einem Zeitungsbericht zu einem Tabubruch durchringen. Es gebe konkrete Überlegungen, zusammen mit dem Partner Renault-Nissan ein Auto der Kernmarke Mercedes zu produzieren, berichtet die „Financial Times Deutschland“ am Donnerstag unter Berufung auf „hochrangige Konzerninsider“.

Es wäre das erste Mal, dass Daimler ein Pkw-Modell mit dem Stern für eine Co-Produktion öffnet. Der Erfinder des Automobils arbeitet bisher nur auf Teilgebieten mit Partnern. Seit längerem sorgen sich die Schwaben trotz guter Absatzzahlen um ihre schwächelnde Rendite.

Dem Blatt zufolge könnten schon 2016 kleinere Mercedes-Modelle und Autos der Nissan-Premiumtochter Infiniti gemeinsam vom Band laufen. Im Gespräch sei ein kleinerer Geländewagen. Daimler äußerte sich nicht zu den Informationen der Zeitung. Eine Sprecherin sagte am Donnerstag: „Wir kommentieren Spekulationen dieser Art nicht.“

Der Ausbau der Kooperation würde aber ins Bild passen. Zur Eröffnung des neuen Werkes im ungarischen Kecskemét Ende März dieses Jahres hatte der Dax-Konzern mitgeteilt: „Die Profitabilität wird Mercedes-Benz Cars weiter stärken durch projektbezogene Kooperationen wie zum Beispiel mit Renault/Nissan sowie durch Einsparungen im Rahmen der Modul- und Plattformstrategien und mehr Effizienz in der Wertschöpfungskette.“

Im Rennen um die Krone im Premiumsegment hinken die Schwaben derzeit den Rivalen BMW und Audi hinterher. Umgerechnet auf die verkauften Autos verdient die Konkurrenz mehr, ist also in den Gesamtstrukturen des Kerngeschäftes profitabler. Spätestens 2020 will Daimler aber wieder ganz vorne sein.

Mit der französisch-japanischen Allianz gibt es bereits eine Reihe von Projekten und Plänen. So sollen von 2014 an im Nissan-Werk im US-Bundesstaat Tennessee Mercedes-Benz-Vierzylinder-Benzinmotoren gebaut werden. Die Partner prüfen auch eine Gemeinschaftsproduktion des alternativen Brennstoffzellenantriebs.

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