Medienbericht
EADS krempelt sich um

Über eine Namensänderung wurde schon spekuliert, nun baut der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS offenbar auch seine Struktur um. Insidern zufolge will der Konzern Geschäftszweige an bestimmten Standorten bündeln.
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ParisDer europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS gibt sich Insidern zufolge neben einem neuen Namen auch eine neue Struktur. Das Geschäft mit Wehrtechnik und der Raumfahrt werde an einem Standort in München gebündelt, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen am Donnerstag. Darin fänden sich künftig die bisherigen Sparten Airbus Military, das Eurofighter-Segment Cassidian und das übrige Rüstungsgeschäft wieder. Das zivile Airbus-Geschäft bleibe in Toulouse, die Helikopter-Tochter unter neuem Namen ebenfalls in Frankreich. Auch die Zeitung „Financial Times“ berichtete über einen geplanten Umbau.

Der Mutterkonzern soll sich demnach in Airbus umbenennen. Das Flugzeuggeschäft firmiert bisher unter dem Namen Airbus, der international deutlich bekannter ist als EADS. Die Sparte trägt zwei Drittel zum EADS-Umsatz bei wächst rasant.

Abgesehen von Airbus haben sich die anderen Unternehmensteile zuletzt aber eher durchwachsen entwickelt. Der Umsatz der Rüstungssparte stagnierte zwar noch im ersten Quartal, allerdings sind hier die Neubestellungen ebenso rückläufig wie bei der Hubschraubersparte Eurocopter und dem Raumfahrtableger Astrium.

Eine abschließende Entscheidung sei noch nicht gefallen, hieß weiter in den Kreisen. Womöglich verkünde EADS aber einen Beschluss mit seinen Halbjahreszahlen am kommenden Mittwoch. Ein EADS-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Anlass für die Überprüfung der Konzernstrategie war das Scheitern der geplanten milliardenschweren Fusion mit dem britischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern BAE. Die EADS-Aktie ging am Donnerstag mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 43,45 Euro aus dem Handel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Vor allem, wenn vor noch nicht allzu langer Zeit Airbus das schwarze Schaf der EADS Familie war, von dem man sich am liebsten getrennt hätte!
    Aber die verordneten Radikaldiäten Power 8 und 8+ brachten Schlussendlich 2/3 des EADS Umsatzes und so ist das ungeliebte Kind doch zu was gebrauchen – und wenn es nur der Name eines Magermodels ist.

  • Laut anderen Berichten soll es mit der Umstrukturierung eine hohe Anzahl von Entlassungen und Standortverlagerungen geben. München ist wohl auch nur eine Option. Ob Enders Pläne durch kommen, ist auch noch ungewiss.

    Scheinbar geht es Enders wohl in erster Linie darum die Deutschen Politiker im Wahlkampfzeiten mit den Umstrukturierungs Theater kräftig vors Schienbein zu treten. Da Daimler jetzt ausgestiegen ist, hat Enders ja komplette Beinfreiheit. Der Fehler war halt das Gas Schröder und Daimler die Deutsche Luftfahrtindustrie an Frankreich verschenkt hatte.

    Das US A320 Werk dient alleine um Lobbyarbeit in den USA zu machen. Ansonsten macht das doch keinen Sinn, die Komponenten aus Europa schön teuer über den Atlantik zu fliegen.

  • Die Exportstarken Rüstungsbereiche sind doch alle in Frankreich oder Spanien angesiedelt, und werden von nicht Deutschen geleitet. In Frankreich sind Rüstungsverkäufe auch Regierungssache, und da wird nicht blockiert wie in Deutschland. Cassidian hatte ja eine Exportoffensive gestartet. Da Cassidian keine starken eigene Produkte hat, blieb die Erfolglos, und Major Tom hat schnell den Internationalen Vertrieb zusammen gestrichen. Die EADS Rüstungsbereiche in München zu konzentrieren macht doch Industriell keinen Sinn.

    Meiner Meinung läuft das so, dass alle Luftfahrtnahen Bereiche von Cassidian Airbus Military Spanien zugeschlagen werden, und der Rest von Cassidian wird nach Astrium Frankreich transferiert. Einige Deutsche Rüstungsbereiche wird EADS an die Konkurrenz abgeben. Damit die Bundesregierung damit leben kann, gibt es ein wenig Teilautonomie für die Deutschen Rüstungsbereiche von den Muttergesellschaften Frankreich und Spanien.

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