Medienbericht
Einige Airbus-Werke stehen auf der Kippe

Gallois' Vorgänger Christian Streiff hat den Weg geebnet und dann Airbus verlassen. Gallois selbst kann nun schon einen Schritt weiter gehen. Dem Bericht einer französischen Zeitung zufolge erwägt er auch den Verkauf von Airbus-Produktionsstätten, um das Unternehmen aus der Krise zu führen.

HB TOULOUSE. „Wir werden alles ohne Scheuklappen prüfen. Dazu gehören auch Lösungen wie bei Boeing, die einige ihrer Werke verkauft haben“, sagte Gallois der französischen Zeitung „Depeche du Midi“. „Ich habe keine vorgefertigten Ideen und wir werden sehr pragmatisch sein.“

Ohne das „Power 8“ genannte Sparprogramm könne Airbus nicht sein neues Modell A350 nicht auf den Weg bringen. Der geplante Langstreckenflieger ist das nächste Projekt nach dem unter Lieferverzögerungen leidenden Geschäft mit den Super-Jumbos A380. Der A350 gilt für den Flugzeugbauer als überlebenswichtig im Konkurrenzkampf mit dem US-Erzrivalen Boeing.

Gallois' Vorgänger Christian Streiff, der seinen Posten nach nur drei Monaten hinwarf, hatte das Restrukturierungsprogramm als Folge der erneuten Verzögerung beim A380 angestoßen. Airbus soll damit rund ein Drittel seiner strukturellen Kosten einsparen. „Selbst ohne die Probleme beim A380 hätten wir Power 8 gebraucht, um den schwachen Dollar zu verkraften“, wird Gallois zitiert. „Wegen der Dollar-Schwäche haben wir ein Fünftel unserer Wettbewerbsfähigkeit seit dem Start des A380-Programms im Jahr 2000 gegenüber Boeing eingebüßt. Wir können nicht in dieser Situation verharren. Ohne Power8 können wir mit dem A350 nicht beginnen. Die Zukunft von Airbus steht auf dem Spiel."

Power 8 fordert den Abbau von Doppelstrukturen in den 16 europäischen Fertigungsstandorten. So werden sowohl die kleine A320 als auch der Riesenairbus A380 parallel in Hamburg und Toulouse gefertigt. Diese Doppelfertigung steht zur Disposition. Hamburger Politiker befürchten das Aus des A380-Auslieferungszentrums an der Elbe, das sie gegen starke Widerstände mit hohen Subventionen durchgeboxt haben.

Dabei fürchten vor allem die sechs deutschen Werke um ihren Bestand. Obwohl der deutsche Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken den Verkauf von fünf der deutschen Werke dementiert hat, bezeichnet Betriebsratschef Jürgen Bruns die Stimmung unter den Airbus-Mitarbeitern als „hochgradig gespannt“. Den Einstieg von Finanzinvestoren beim Airbus-Werk Nordenham wiesen die Arbeitnehmervertreter als „Vermutungen“ zurück.

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