Medienbericht
Eon forciert Verkauf von Gazprom-Anteil

Die Gerüchte wabern schon länger, jetzt könnte es aber ganz schnell gehen: Eon Ruhrgas prüft den Verkauf seines Anteils von 3,5 Prozent am russischen Gaskonzern Gazprom. Schon am Freitag sollen der russische Ministerpräsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Merkel über den Milliardendeal sprechen.
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HB MOSKAU/DÜSSELDORF. Der hoch verschuldete Energiekonzern E.ON wird womöglich schon bald seine milliardenschwere Beteiligung am russischen Gaskonzern Gazprom versilbern. Ein Regierungssprecher in Moskau sagte am Mittwoch, Ministerpräsident Wladimir Putin werde darüber möglicherweise bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Berlin sprechen. Käufer des Anteils mit einem Marktwert von 4,5 Mrd. Dollar (rund 3,6 Mrd. Euro) könnte die russische Staatsbank VEB sein, berichtete die Zeitung „Kommersant“.

E.ON wollte den Bericht nicht kommentieren. Von Gazprom und VEB war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Aus E.ON-Kreisen war aber bereits vor geraumer Zeit verlautet, dass der Anteil verkauft werden könnte. Er sei weder von großer strategischer Bedeutung noch biete der mit der Beteiligung verbundene Sitz im Verwaltungsrat von Gazprom große Vorteile.

Vor wenigen Tagen hatte auch Vorstandschef Johannes Teyssen erklärt, er betrachte das Paket nicht als strategische Beteiligung.

„Der Anteil sollte mit einem kleinen Aufschlag auf den Marktpreis verkauft werden, um den Marktwert von Gazprom nicht zu beeinflussen“, zitierte die „Kommersant“ eine Person aus dem Umfeld von E.ON. Die Staatsbank VEB tritt für die Regierung in Moskau als Investitionsarm auf.

E.ON drücken nach einer jahrelangen Einkaufstour Schulden in Höhe von 45 Mrd. Euro. Der Konzern hat bereits Beteiligungen im Wert von über zehn Mrd. Euro abgestoßen, darunter das deutsche Höchstspannungsnetz, die Stadtwerketochter Thüga und die US-Tochter. Teyssen hat angekündigt, in den kommenden drei Jahren durch Verkäufe von Beteiligungen zusätzlich rund 15 Mrd. Euro einnehmen zu wollen. Die Veräußerung des Gazprom-Anteils könnte dazu gehören, hieß es in einem Marktkommentar von Merck Finck.

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  • Dass die Ganzen Erdöl- und Erdgaskonzerne überhaupt noch wissen, woran sie überall Anteile haben, die sie verkaufen können. Das ist ja alles höchst undurchsichtig

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