Medienbericht
Eon macht Spanien weitere Zugeständnisse

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon kommt im Übernahmepoker um den spanischen Konkurrenten Endesa der spanischen Regierung angeblich weiter entgegen. Gegenstand des Deals: das Südamerika-Geschäft.

DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon ist bereit auf das Südamerika-Geschäft von Endesa zu verzichten, berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf Eon-Aufsichtsratskreise in ihrer Online-Ausgabe » wiwo.de. Mit diesem Kompomiss will Eon-Chef Wulf Bernotat die spanische Regierung dazu bewegen, ihr Taktieren gegenüber Eon endgültig aufzugeben und den Weg für eine Übernahme von Endesa durch Eon sofort freizumachen.

Am Dienstag hatte Spaniens Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero bereits von einem Einlenken und von einem "Happy End" gesprochen, ohne Einzelheiten einer möglichen Einigung zu nennen. Doch Spaniens Wirtschaftsminister Pedro Solbes dämpfte Erwartungen mit der Bemerkung, man "könne nicht davon sprechen, kurz vor einer Lösung zu stehen." Ursprünglich hatte die spanische Energiebehörde CNE 19 Auflagen definiert, die Eon beim Kauf von Endesa erfüllen müsse. Das hatte der Eon-Vorstand als unzumutbar abgelehnt. Auch die EU-Wettbewerbskommission hält die Auflagen der Spanier für überzogen.

Der Verzicht von Eon auf das Südamerika-Geschäft soll nach dem Wunsch des Vorstands jetzt eine schnelle Lösung bringen. Dabei ist das Südamerika-Geschäft von Endesa lukrativ, es wies in der Vergangenheit die höchsten Wachstumsraten im Endesa-Konzern auf. In Südamerika hatte Endesa stark investiert, zum Beispiel in Wasserkraft in Chile, wo mit Endesa-Investitionen ein Staudamm gebaut wurde. "Solche Aktivitäten passen nicht zu Eon", sagte jetzt ein Eon-Aufsichtsratsmitglied. Das Geschäft sei auch zu weit weg, um es noch von den Eon-Entscheidungszentren in Düsseldorf und München zu kontrollieren.

Allerdings wolle Eon keinesfalls auf das spanische Atomkraftwerk und die Steinkohle-kraftwerke von Endesa verzichten. Ebenfalls werde Wert gelegt auf das Geschäft auf den Balearen und den Kanaren, dort sei Endesa Monopolist, so das Eon-Aufsichtsratsmitglied. Viel Zeit gibt sich Eon nach interner Einschätzung beim Poker um Endesa nicht mehr. Ein Aufsichtsrat: "Auch wenn die Brüsseler Wettbewerbsbehörde voll auf der Seite von Eon steht, so nützt das wenig. Wer eine Brüsseler Entscheidung in Spanien oder vor dem Europäischen Gerichtshof einklagen will, braucht viel Zeit, mindestens aber drei Jahre". So viel Geduld habe der Eon-Vorstand bei seiner Expansionstrategie aber nicht mehr.

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