Medienbericht
Evonik hält Börsengang an

Es soll ein Milliarden-IPO werden - aber nicht mehr in diesem Jahr. Laut einem Medienbericht wurde der Börsengang von Evonik auf Eis gelegt - die RAG-Stiftung hatte sich dieses Hintertürchen offen gehalten.
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DüsseldorfDer Börsengang von Evonik wird nicht mehr 2011 stattfinden. Zwar ist die Entscheidung noch nicht offiziell gefallen, aber die vorläufige Absage ist nach Informationen WAZ (Samstagausgabe) Ergebnis eines Gespräches zwischen dem Chef des Evonik-Mehrheitseigentümers RAG-Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, und Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Hintergrund ist der heftige Absturz der Aktienkurse an den Börsen infolge der Schuldenkrise einiger Euro-Länder. Die Evonik-Zahlen hingegen gelten als außerordentlich positiv. Wie die WAZ weiter erfuhr, sollen die Vorbereitungen des Börsengangs allerdings weiterlaufen, um möglicherweise im Frühjahr 2012 einen neuen Anlauf zu nehmen.

Vor einer offiziellen Absage des Börsengangs müssen noch die Eigentümer, also die RAG-Stiftung und der Investor CVC sowie das Kuratorium der RAG-Stiftung, entsprechende Beschlüsse fassen. Ein Stiftungs-Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass die Entscheidung darüber auf der Kuratoriumssitzung am 23. September fällt.

Die RAG-Stiftung hatte sich Mitte April für einen Börsengang binnen 15 Monaten ausgesprochen, aber ein Hintertürchen offen gehalten: Der Börsengang stehe unter dem Vorbehalt, dass er bei einer Eintrübung der Konjunktur „jederzeit angehalten“ werden könne.

Das IPO von Evonik könnte Milliarden einbringen. Der Finanzinvestor CVC hatte 2008 für einen Evonik-Anteil von 25,01 Prozent rund 2,4 Milliarden Euro gezahlt. Bei einem Börsengang würde der gesamte Konzern nun wohl mit deutlich mehr als zehn Milliarden Euro bewertet. Damit dürfte Evonik ein heißer Anwärter für eine Mitgliedschaft im deutschen Leitindex Dax sein. Miteigentümer CVC hat mehrfach betont, er sehe Evonik auf Kurs zu einem der größten deutschen Börsengänge seit Jahren.

Die RAG-Stiftung, unter deren Dach der subventionierte deutsche Steinkohlebergbau gebündelt ist, hält knapp 75 Prozent der Evonik-Anteile. Sie soll für künftige Lasten aus dem Bergbau gerade stehen und diese etwa aus Evonik-Dividendenzahlungen oder Anteilsverkäufen finanzieren. Die übrigen Anteile hält CVC. Dem Kuratorium der RAG-Stiftung gehören Vertreter des Bundes, der Länder und der Gewerkschaft IG BCE an.

Evonik-Chef Klaus Engel hatte immer wieder betont, der Konzern sei für den Gang aufs Börsenparkett gerüstet. Evonik hatte für 2010 Rekordzahlen vorgelegt: Der Umsatz schnellte um 26 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro in die Höhe, der Konzerngewinn konnte mit 734 (Vorjahr: 240) Millionen Euro mehr als verdreifacht werden.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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