Medienbericht
Ex-Ford-Chef Nasser will Land Rover zum zweiten Mal kaufen

Ford plant einem Medienbericht zufolge den Verkauf seiner Luxusmarken Jaguar und Land Rover an die Investmentfirma One Equity Partners. Das besondere daran: Der Investor ist Ex-Ford-Chef Jacques Nasser und der würde den Autobauer Land Rover schon zum zweiten Mal in seinem Leben kaufen.

HB NEW YORK. Derzeit führe der in der Sanierung steckende US-Autokonzern Ford darüber Gespräche mit One Equity Partners LLC, berichtete die Agentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Die Gespräche auf Seiten der JPMorgan-Chase-Tochter führe der frühere Ford-Chef Jacques Nasser.

Ford hatte 2000 unter Nasser Land Rover von BMW für 2,7 Mrd. Dollar erworben. Nasser war von 1999 bis 2001 Ford-Chef. Jetzt ist er für Senior-Partner für Fusionen und Übernahmen bei One Equity Partners LLC.

Der Deal würde wahrscheinlich auf ein Joint Venture mit der Investmentfirma bei den Ford-Luxusmarken hinauslaufen. Eine vollständige Übernahme ist weniger wahrscheinlich. Weder JPMorgan noch Ford waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen. Ford-Aktien zogen im frühen Handel um mehr als drei Prozent an.

Ford-Chef Bill Ford hatte vor einigen Woche gesagt, für die 1989 erworbene und Verluste schreibende Traditionsmarke Jaguar würden alle Optionen geprüft. Diese Bemühungen stehen in Zusammenhang mit der laufenden Sanierung. Das Unternehmen kämpft wie auch der Branchenprimus General Motors auf dem Heimatmarkt mit massiven Überkapazitäten. Der Konzern war wegen schrumpfender Marktanteile und steigender Kosten in die roten Zahlen gerutscht. Ford hatte daher erst kürzlich angekündigt, seine Autoproduktion in Nordamerika kräftig zu drosseln, um so wieder schneller in die roten Zahlen zu kommen. Zudem ist die Schließung von 14 Werken und die Streichung von 30 000 Stellen geplant. Mit den Sanierungsanstrengungen will der Autokonzern bis 2008 wieder schwarze Zahlen schreiben.

Ford hatte Jaguar 1989 für 2,6 Mrd. Dollar gekauft. Jaguar ist unter den in der Ford-Luxusmarken-Sparte Premier Automotive Group vertretenen Marken das absolute Sorgenkind. Zu der Gruppe gehören auch Volvo, Land Rover und Aston Martin. Die Luxuswagen-Sparte wird in diesem Jahr rote Zahlen schreiben, hatte Ford kürzlich berichtet.

Erst am Donnerstag hatte die Zeitung „USA Today“ berichtet, der US-Autobauer erwäge möglicherweise auch den Rückzug von der Börse. Damit solle dem Konzern die Restrukturierung einfacher gemacht werden. Zuletzt war in der Autobranche auch über eine mögliche engere Zusammenarbeit zwischen Renault und Ford spekuliert worden. Einem Bericht des „Wall Street Journal Europe“ zufolge schlug der Ford-Chef seinen Kollegen bei Renault eine Allianz vor, sollte eine engere Kooperation von Renault/Nissan mit General Motors scheitern.

Am Freitag gab Ford zudem einen Rückzug aus dem Direktorium des Unternehmens bekannt: Der Manager des US-Geldhauses Citigroup, Robert Rubin, werde sein Amt bei Ford niederlegen, hieß es. Rubin habe den Schritt in einem Brief an Ford mit möglichen Interessenkonflikten beim Umbau des Konzerns begründet.

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