Medienbericht
Katar liebäugelt mit Einstieg bei Porsche

Katar erwägt einen Einstieg bei dem Stuttgarter Autobauer Porsche. Entsprechend äußerte sich der Ministerpräsident des Emirats gegenüber mehreren Medien.

HB DUBAI. Eine Beteiligung an dem Sportwagen-Hersteller Katar werde "ernsthaft" geprüft, zitierte die Zeitung "Al-Arab" am Dienstag den Ministerpräsidenten von Katar, Scheich Hamad bin Jassem al-Thani. Dieser hatte der staatlichen Nachrichtenagentur Katars bereits am Montagabend gesagt, Investitionen in deutsche Autobauer zu prüfen: "Wir schauen uns das an, müssen aber noch eine endgültige Entscheidung treffen", machte er deutlich: "Es gibt bereits Treffen."

Ein Porsche-Sprecher lehnte einen Kommentar zu den Berichten ab. Der Stuttgarter Autobauer hat durch den spektakulären Einstieg bei VW vor dreieinhalb Jahren einen enormen Schuldenberg aufgebaut. Zuletzt hatte es Spekulationen über finanzielle Schwierigkeiten bei Porsche gegeben, weshalb VW der Porsche-Holding das Sportwagengeschäft abkaufen könne, um Geld in die Kasse zu spülen. Porsche hatte diese Überlegungen zurückgewiesen.

Das Magazin "Fokus" berichtete diese Woche, der Emir von Katar habe Interesse an einem Einstieg bei Porsche geäussert. Der renommierte Sportwagen-Konzern wollte den Bericht nicht kommentieren. Das Emirat Katar nahm keine Stellung zu einem angeblichen Porsche-Deal, es bekundete aber sein grundsätzliches Interesse an deutschen Autoherstellern. "Wir schauen uns das an, müssen aber noch eine endgültige Entscheidung treffen", sagte Regierungschef Sheikh Hamad bin Khalifa Al Thani laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

Die stimmberechtigten Porsche-Aktien sind in den Händen der Familien Porsche und Piech. An der Börse gehandelt werden nur die Vorzugsaktien, die am Dienstagvormittag vier Prozent im Minus bei 52,20 Euro lagen.

Die Wirtschaftskrise eröffnet den arabischen Staaten günstige Investitionsmöglichkeiten. Die Scheichs, ausgestattet mit enormen Geldreserven, schauen sich in Europa um. In Deutschland haben sie die Autobauer entdeckt. Erst kürzlich ergriffen die Scheichs von Abu Dhabi die Chance, beim Daimler-Konzern einzusteigen. Laut deutschen Medienberichten investierten sie über ihren Staatsfonds 1,9 Milliarden Euro und kontrollieren nun 9,1 Prozent von Daimler.

Nach dem Einstieg des staatlich kontrollierten Fonds Aabar aus dem Emirat Abu Dhabi bei Daimler waren Gerüchte aufgekommen, arabische Investoren seien an weiteren deutschen Autobauern interessiert, darunter auch an der ums Überleben kämpfenden Rüsselsheimer GM-Tochter Opel.

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