Medienbericht
Kredite für Thyssen-Krupp werden verlängert

Gute Nachrichten für den wankenden Stahlkonzern Thyssen-Krupp. Die kreditgebenden Banken sind offenbar bereit, dem Konzern weitere Kreditlinien zur Verfügung zu stellen. Eine Kapitalerhöhung rückt damit näher.
  • 4

FrankfurtDer angeschlagene Stahlkonzern Thyssen-Krupp kann einem Bericht zufolge mit einer Verlängerung seiner Milliarden-Kreditlinie rechnen. Das Magazin „WirtschaftsWoche“ berichtete am Wochenende unter Berufung auf Finanzkreise, ein Konsortium kreditgebender Banken habe sich darauf geeinigt, Thyssen-Krupp weiter Kreditlinien über 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Die Banken hätten eigentlich die Linien per Ende September kündigen können, da die Verschuldung des Konzerns über den als Kreditbedingung festgelegten Wert gestiegen ist.

Das Magazin berichtete weiter, die geplante Kapitalerhöhung des Konzerns treffe bei Investoren auf Interesse. Thyssen-Krupp will bis zu 1,6 Milliarden Euro am Markt aufnehmen - unter anderem durch eine mit acht Prozent verzinste Hybridanleihe. Eine Thyssen-Krupp-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern. Bereits seit Monaten wird über eine Kapitalerhöhung spekuliert. Der Konzern will damit offenbar seine durch Verluste und hohe Schulden belastete Bilanz stärken. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte im August bei der Vorlage des Quartalsberichts gesagt: „Mit Sicherheit ist eine Kapitalerhöhung eine Option, die wir uns vorbehalten.“

In der Vergangenheit war mit einem solchen Schritt erst nach einem Verkauf der defizitären Stahlwerke in Brasilien und den USA gerechnet worden. Verhandlungen darüber waren jedoch immer wieder ins Stocken geraten. Die Werke haben Thyssen-Krupp Milliardenverluste eingebracht. Zudem lasten auf dem Unternehmen Schulden von fünf Milliarden Euro. Der Konzern hatte bereits eingeräumt, dass ihm per Ende September wegen hoher Schulden eine Aufkündigung von Kreditlinien droht. In Finanzkreisen wurde eine Kapitalerhöhung noch im September deshalb als Möglichkeit angesehen.

Eine Rolle bei dem Poker könnte auch die RAG-Stiftung spielen. Insidern zufolge könnte diese der Großaktionärin Krupp-Stiftung mit einem Darlehen beispringen, damit diese eine Beteiligung an einer Kapitalerhöhung stemmen könnte. Eine direkte Beteiligung der RAG-Stiftung erscheint dagegen als unwahrscheinlich. Die Krupp-Stiftung hält 25,3 Prozent der Anteile und gilt als Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme. Beteiligt sich die Stiftung nicht an einer Kapitalerhöhung, wird ihr Anteil verwässert.

Ein Bericht des Magazins „Focus“, Hiesinger erwäge im Rahmen des Konzernumbaus auch einen Verkauf der Auto-Zuliefersparte, wurde von dem Konzern dementiert. „Das ist Unsinn“, sagte eine Sprecherin am Sonntag. „Wir wollen das Geschäft strategisch weiterentwickeln.“ Das Magazin hatte unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, der Konzern habe potenzielle Investoren um „indikative Angebote“ gebeten. Hiesinger wolle offenbar testen, welche Summe er im Fall eines Verkaufs der lukrativen Sparte erlösen könnte. Ein Unternehmen aus dem Automobilsektor hat der Konzern schon verkauft: Der Blechhersteller Tailored Blanks mit rund 950 Mitarbeitern ging im vergangenen Jahr an den chinesischen Stahlhersteller Wisco.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Kredite für Thyssen-Krupp werden verlängert "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • TK hat nicht mal eine Idee, wie sie aus der Krise kommen. Gute Restrukturierer arbeiten in kurzer Zeit einen solchen aus, geben das Wichtigste bekannt (Vertrauensbildung Shareholder) und setzen dann um.
    Hiesinger hat weder einen Plan, noch ein gutes Marketing/Image noch sonstwas.
    DER kann es nicht. Jede Wette, daß er in den nächsten 1 bis 2 Jahren abgelöst wird. Erst DANN hebt die Aktie ab - sprich läuft schnell auf die 25% plus hoch.

  • Ich glaub der macht es nicht schlecht, der kopiert die voest. zB: In der voest beschreibt der Titel schon lange die Funktion.
    Leider hat Thyssen keine Medienabteilung falls sie doch eine haben, sollten die mal in google News "Thyssen" eingeben :) sowas darf nicht passieren. Facebook Seite haben die auch keine ? Wird in der TK Medienabteilung noch mit Schreibmaschinen gearbeitet? sorry kommt mir so vor. Alles was ich in letzter Zeit von Thyssen gelesen habe erinnert mich an die Zeit -in der die VOEST noch ein Staatsbetrieb war. Ich hoffe Thyssen schafft es , wir Messen uns zB: bei Autoblechen am liebsten mit Thyssen und Nippon Steel die anderen bringen es nicht auf unsere Stufe. Die Mitarbeiter vertrauen auch auf die Firma in der voest halten die Mitarbeiter 14% der Aktien wir haben aber leider keine 25% wie die Krupp Stiftung aber ich frag mich ob ein Thyssen Mitarbeiter zurzeit überhaupt Bock auf Thyssen Aktien hat :) Kann mir einer bitte erklären warum der EX Vize Kronprinz der Amerika in den Sand gesetzt hat, gefeuert wurde, heute Europa Chef von Tata Steel ist???

  • Wer so lange für eine wie auch immer geartete Restrukturierung benötigt, hats vergeigt, Hr. Hiesinger. Nicht mal ein gutes Konzept gibt es. Verkaufen von Teilen des Portfolios kann jeder. Aber warum soll ein anderer hinbekommen, was für TK nicht auch klappt? Das Vertrauen ist komplett weg, siehe dümpelnder Aktienkurs.
    Voest ist ein absoluter Lichtblick und dafür gehören die Österreicher gelobt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%