Medienbericht
K+S prüft angeblich Nordseepipeline für Salzlauge

Im Streit um die Einleitung von Salzlauge aus der Kaliproduktion in die Werra prüft der Kasseler Düngemittelhersteller K+S angeblich den Bau einer Pipeline zur Nordsee.

HB KASSEL. Die "Südthüringer Zeitung" zitierte am Donnerstag den Erfurter Umweltstaatssekretär Stefan Baldus (CDU), nachdem eine solche Leitung eine "zentrale Rolle" im Entsorgungskonzept des Unternehmens spiele.

Ein Sprecher des Unternehmens wollte die Meldung allerdings "zurechtrücken": Der Bau der Pipeline werde schon seit Jahren geprüft, es sei aber nur eine von vielen Varianten.

Gegen den K+S -Plan regt sich seit eineinhalb Jahr heftiger Widerstand. Das Unternehmen will Salzlauge, die bei der Kaliförderung in der Nähe von Fulda anfällt, durch eine Rohrleitung 63 Kilometer bis zur Werra führen und dort in den Fluss leiten.

Der Bauantrag für die Pipeline liegt vor, derzeit wird das Salzwasser mit der Bahn und bis zu 200 Lastwagenfahrten täglich zur Werra gebracht. Umweltschützer über Parteigrenzen hinweg befürchten eine Überlastung des Flusses und halten die Grenzwerte für deutlich zu hoch.

Nach Angaben der in Kassel erscheinenden "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" (Freitag) hatte das thüringische Ministerium dem Unternehmen ein Entsorgungskonzept für die Grube Unterbreizbach direkt an der Grenze mit Hessen zur Auflage gemacht.

Ein Bestandteil dieses Konzepts sei die Rohrleitung zur Nordsee. In dem Konzept erwäge K+S die Möglichkeit, die Pipeline zu bauen. K+S -Sprecher Oliver Morgenthal sagte jedoch, die Prüfung dieser Variante sei nicht neu: "Wir halten die Einleitung in die Werra für die nach wie vor beste Lösung.

Alle anderen Varianten wurden und werden aber geprüft, auch die einer Pipeline." Neben den Kosten für eine solche Rohrleitung sprächen aber auch rechtliche Fragen dagegen. "Wir bezweifeln, dass man eine Rohrleitung durch drei Bundesländer legen kann, zumal mehrere Nordsee-Abkommen dem im Wege stehen könnten."

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