Medienbericht
Mehrere Angebote für Altana-Pharma-Sparte

Der vor knapp einem Jahr angekündigte Verkauf der Pharmasparte von Altana geht in die heiße Phase. Die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) berichtete, dass am Freitag mindestens ein oder zwei Kaufangebote eingereicht werden sollten.

HB FRANKFURT/MAIN. Bei den Bietern soll es sich um die schon länger als Interessenten gehandelten Beteiligungsgesellschaften EQT und KKR sowie den dänischen Pharmakonzern Nycomed handeln. Von Altana sowie den möglichen Käufern gab es am Freitag keine Stellungnahmen.

Für die Pharmasparte wird der Bad Homburger Konzern, zu dem auch noch eine kleinere Chemiesparte gehört, nach Informationen aus Finanzkreisen allerdings weniger erlösen als erwartet. „Die bisherigen Gebote liegen bei 4,5 Mrd. Euro oder etwas darunter“, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Bislang war im Markt ein Kaufpreis von fünf bis sechs Mrd. Euro genannt worden. Altana-Aktien gaben daraufhin am Freitag deutlich nach und gehörten zu den schwächsten Titeln im DAX.

Grund für den Verkauf ist der fehlende Produktnachschub. Das Patent für den Hauptumsatzträger Pantoprazol läuft in den Jahren 2009/2010 aus und die Entwicklung neuer Atemwegmedikamente kommt nicht so gut voran wie erhofft. Ursprünglich hatte Altana-Chef Nikolaus Schweickart einen Verkauf an Finanzinvestoren sowie eine Zerschlagung der Pharmasparte ausgeschlossen. Nachdem alle namhaften Pharmaunternehmen abgewunken haben, sind nur noch Beteiligungsgesellschaften im Rennen. Auch der Pharmakonzern Nycomed gehört den Finanzinvestoren Nordic Capital, CSFB Private Equity und Blackstone.

Nach Informationen der FAZ gibt es bei allen Interessenten Bedenken zu den Risiken, die mit dem Magenmittel Pantoprazol verbunden sind. Das Patent werde noch vor seinem Ablauf von mehreren Herstellern günstiger Nachahmerpräparate (Generika) angegriffen werden, deren Erfolgsaussichten nicht gering seien, schreibt die Zeitung. Zudem seien die hohen Einnahmen der Vergangenheit unverantwortlich investiert worden. Pantoprazol hatte in den vergangenen Jahren für stabile Milliardenumsätze gesorgte.

Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Umsatz von Altana um 24 Prozent auf 1,93 Mrd. Euro, der Gewinn stieg um elf Prozent auf 244 Mill. Euro. Die Pharmasparte verzeichnete - trotz der staatlich verordneten Preissenkungen für Pantoprazol auf dem deutschen Markt - ein Umsatzwachstum von 13 Prozent auf 1,27 Mrd. Euro.

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