Industrie

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Medienbericht: Neuer Kandidat für EADS-Verwaltungsrat gefunden

Laut der „Financial Times“ gibt es einen weiteren Kandidaten für den Posten des EADS-Verwaltungsratschefs. Dieser soll vom französischen Rüstungskonzern Thales kommen. Für ihn spricht vor allem die Erfahrung.

Denis Ranque, früherer Chef von Thales soll wohl Verwaltungsratschef bei EADS werden. Quelle: ap
Denis Ranque, früherer Chef von Thales soll wohl Verwaltungsratschef bei EADS werden. Quelle: ap

LondonFür den Posten des Verwaltungsratschefs beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS gibt es Medieninformationen zufolge einen weiteren Kandidaten. Der frühere Chef des französischen Rüstungskonzerns Thales, Denis Ranque, hat nach Informationen der „Financial Times“ gute Chancen auf das Amt. Für den 61-Jährigen spreche vor allem seine Erfahrung in der Luft- und Raumfahrtindustrie, schreibt die Zeitung (Dienstag). Ranque führte Thales von 1998 bis 2009.

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Der „FT“ zufolge katapultiert diese Expertise den Manager an die Spitze der Liste möglicher anderer Kandidaten wie dem früheren Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, oder der Ex-Chefin des französischen Atomkonzerns Areva, Anne Lauvergeon. EADS wollte die Informationen der Zeitung gegenüber nicht kommentieren.

Gegen wen EADS und BAE antreten

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    Die Politik spielt immer eine große Rolle bei Rüstungsfirmen, schließlich ist sie nicht zuletzt der wichtigste Kunde. Das spiegelt sich auch in der Konkurrenzsituation der Konzerne wieder. Ein Überblick.

  • Boeing

    Der Erzrivale von EADS und dessen Tochterfirma Airbus, momentan vor allem bei Verkehrsflugzeugen mit über 100 Sitzplätzen. Die beiden Konzerne sind führend auf dem Weltmarkt. Verkaufsschlager sind die Mittelstreckenflieger der Baureihen A320 und B737. Airbus hatte in den vergangenen Jahren die Nase vorn, doch Boeing konnte den Konkurrenten im ersten Halbjahr bei den Auslieferungen überholen.

  • Boeing

    Boeing liefert gleichzeitig so etwas wie die Blaupause für die geplante Fusion der Europäer. Der Konzern hatte 1997 den heimischen Wettbewerber McDonnell-Douglas übernommen und damit sein militärisches Standbein ausgebaut. Im ersten Halbjahr steuerte das Rüstungs- und Sicherheitsgeschäft zusammen mit der Raumfahrt knapp die Hälfte zum Gesamtumsatz bei. Zu den Produkten gehören Kampfhubschrauber (AH-64 Apache), Kampfjets (F/A-18), Transportflugzeuge (C-17 Globemaster III) sowie unbemannte Drohen und Aufklärungsmaschinen (E-3 Awacs).

  • Boeing

    Vor allem nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erwies sich die Rüstungssparte als wertvoll. Boeing profitierte von den steigenden Militärausgaben der USA und konnte damit die Bestelleinbrüche bei den Passagiermaschinen abfedern. Momentan sind Verkehrsjets die Renner, während das Rüstungs-Standbein mit Einschnitten in den Militärbudgets vieler Staaten klarkommen muss.

  • Lockheed Martin

    Amerikas größter Rüstungskonzern. Das Unternehmen stellt die Kampfjets F-16, F-22 und F-35 her sowie die Transportflieger C-130J Super Hercules und die riesige C-5 Galaxy. Daneben baut Lockheed-Martin unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, Raketen, Hubschrauber und Radaranlagen. Weitere Standbeine sind die Raumfahrt- sowie Informationstechnik.

  • Northrop Grumman

    Hersteller von unbemannten Drohnen wie dem Global Hawk, von Radaranlagen, Steuersystemen oder Raketen. Bekanntestes Produkt ist der futuristisch aussehende Tarnkappenbomber B-2.

  • General Dynamics

    Der Konzern baut unter anderem Kriegsschiffe und U-Boote, stellt Artilleriesystem und Munition her und steckt hinter dem US-Kampfpanzer Abrams. Ziviles Standbein sind die Gulfstream-Geschäftsflugzeuge.

Die Neubesetzung des Verwaltungsrats ist nötig, weil die beiden EADS-Gründungsaktionäre Daimler und Lagardère ihren Ausstieg aus der Airbus-Mutter angekündigt haben. Bislang war Lagardère-Chef Arnaud Lagardère Vorsitzender des Gremiums. Erstmals beteiligt sich Deutschland direkt an dem Luft- und Raumfahrtkonzern und wird wie Frankreich 12 Prozent der Anteile kontrollieren.

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