Medienbericht
Pfizer und Allergan stehen kurz vor der Fusion

Laut „Wall Street Journal“ ist der Übernahmepoker zwischen Pfizer und Allergan bald vorbei: Nach Quellen der Zeitung werden gerade die letzten Bedingungen ausgehandelt, um am Montag die Fusion bekannt geben zu können.

Schon seit einigen Wochen verhandeln die beiden Pharma-Riesen Pfizer und Allergan über eine Fusion – jetzt sollen nach Informationen des „Wall Street Journal“ am Sonntag die letzten Bedingungen ausgehandelt werden. Am Montag könnten die Unternehmen dann das abgeschlossene Geschäft verkünden. Die Zeitung beruft sich dabei auf Personen, die sich mit der Materie auskennen. Pfizer lege 150 Milliarden Dollar auf den Tisch legen, um den Konkurrenten zu übernehmen. Für eine Allergan-Aktie gebe es 11,3 Pfizer-Aktien. Außerdem beinhalte der Deal auch eine kleine Bargeld-Komponente, die weniger als zehn Prozent des Gesamtvolumens ausmache.

Schließen sich der Viagra-Hersteller Pfizer und der Botox-Produzent Allergan zusammen, entstünde der weltweit größte Arzneimittelhersteller. Pfizer-Chef Ian Read solle den neuen Konzern als Vorstandsvorsitzender führen, während Allergan-Boss Brent Saunders sein Stellvertreter auf einem operativen Posten werden solle. Pfizer und Allergan lehnten eine Stellungnahme dazu ab.

Doch ob die Grußfusion gelingt, hängt möglicherweise auch von einer Gesetzesinitiative in den USA ab. Sie soll es Konzernen erschweren, ihren Sitz ins Ausland zu verlagern. Denn damit entgehen den USA Steuereinnahmen. Mit der Übernahme könnte Pfizer genau diese Strategie verfolgen. Allerdings gingen Analysten zuletzt davon aus, dass die schärferen Gesetze dem Zusammenschluss von Pfizer und Allergan nicht im Weg stehen würden. Allergan war selbst erst vor wenigen Monaten aus der 66 Milliarden Dollar schweren Übernahme des gleichnamigen US-Konzerns durch den irischen Konkurrenten Actavis entstanden, der sich danach in Allergan umbenannte.

Die Pharmabranche ist seit längerem im Übernahmefieber. Unter anderem heizen hohe Forschungskosten und der Ablauf von Patenten auf lukrative Medikamente die Fusionswelle an. Erst im Juli hatte der weltgrößte Generika-Anbieter Teva für 40,5 Milliarden Dollar die Nachahmer-Medikamente von Allergan gekauft. Pfizer hat jüngst 15 Milliarden Dollar für den US-Rivalen Hospira ausgegeben. Der Konzern hat seit einiger Zeit keinen wirklichen Kassenschlager mehr hervorgebracht. Zusätzlich macht ihm der scharfe Wettbewerb durch günstigere Nachahmer-Produkte zu schaffen. Allergan ist führend auf dem Gebiet der Augenheilkunden und bei Schönheitsprodukten wie Botox. Durch einen Kauf würde Pfizer Johnson & Johnson als Weltmarktführer in diesem Bereich ablösen.

Steffen Daniel Meyer
Steffen Daniel Meyer
Handelsblatt Online / Social-Media-Redakteur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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