Medienbericht
Roland Koch vor Wechsel zu Bilfinger Berger

Von der Politik in die Wirtschaft: Einem Medienbericht nach will Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bereits nächste Woche einen Vertrag mit Bilfinger Berger unterzeichnen. Für Deutschlands zweitgrößten Baukonzern wäre der 52-Jährige die Idealbesetzung.
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HB FRANKFURT. Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wird nach einem Magazinbericht im kommenden Jahr Vorstandschef des Baukonzerns Bilfinger Berger. Das Magazin „Focus“ berichtete am Samstag vorab ohne Angabe einer Quelle, Koch werde voraussichtlich schon in den kommenden Tagen einen Vertrag bei dem Mannheimer Baukonzern unterschreiben. Bei Bilfinger Berger war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Koch hatte im Mai überraschend seinen Rückzug aus der Politik und einen Wechsel in die Wirtschaft angekündigt und war Ende August aus dem Amt geschieden. Danach hatte es schon Spekulationen auf einen Wechsel zu Bilfinger gegeben. Am Dienstag sagte Bilfinger-Aufsichtsratschef Bernhard Walter, er spreche im Zusammenhang mit der geplanten Neubesetzung des Postens des Vorstandsvorsitzenden mit einer Reihe von Kandidaten. Seit Mitte September würden auch Gespräche mit Koch geführt. Eine Entscheidung sei bisher nicht gefallen, diese bedürfe ohnehin noch der Zustimmung der zuständigen Gremien.

Roland Koch ist ein gefragter Mann. Der frühere Ministerpräsident hat mehr als ein halbes Dutzend attraktive Stellenangebote von Banken und anderen Unternehmen, erfuhr das Handelsblatt aus Politikkreisen. Unter den Angeboten befindet sich auch eines des Baukonzerns Bilfinger Berger, der zuletzt einen Jahresumsatz von gut zehn Milliarden Euro erzielte.

Aufsichtsratschef Bernhard Walter sucht einen neuen Mann für den Chefposten. Und sein Favorit ist nach Informationen des Handelsblatts Roland Koch, den Walter nicht nur aus Gesprächen beim Jahresempfang der Frankfurter Industrie- und Handelskammer kennt. Doch bislang zierte sich der 52-jährige Hesse, Walters Offerte anzunehmen. Offiziell wollten sich weder Koch noch Walter oder Bilfinger Berger dazu äußern.

Bei Bilfinger müsste Koch gegen „fünf interne und externe Kandidaten für den Topjob“ antreten, heißt es im Umfeld des Unternehmens. Namen nennt Aufsichtsratschef Walter natürlich nicht.

Derzeit wird der durch Pfusch an zwei U-Bahn-Baustellen in die Schlagzeilen geratene Baukonzern von Herbert Bodner geführt, dessen Vertrag Mitte 2011 ausläuft. Der Aufsichtsrat des Unternehmens ist bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Nachfolger für den gebürtigen Österreicher, der seit 1999 an der Unternehmensspitze steht und im kommenden Jahr 63 Jahre alt wird.

Kommentare zu " Medienbericht: Roland Koch vor Wechsel zu Bilfinger Berger"

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  • @ Margrit Steer
    "...Naja, eine Firma, die wenigstens nicht nach Fachkräfte aus dem Ausland schreit. Muß man echt positiv shen. ..."

    selten so gelacht, das macht bb deswegen nicht, weil:
    1. bb wenigstens so schlau ist, sich selbst nicht die Hände schmutzig zu machen
    2. bb keine nennenswerte Wertschöpfung beim bauen selbst mehr erbringt (wer selbst zu blöde zu bauen ist, lässt eben bauen)
    3. den Nachunternehmern die "Drecksarbeit" mit der Arbeitnehmerausbeutung überlässt
    4. im Dienstleistungsbereich einer der gößten Lohndrücker in diesem Land ist, z.b. hochqualifizierte Handwerker (Meister) zu Hilfsarbeiterlöhnen beschäftigt bzw. aus eigener "Dummheit" beschäftigen muss, weil man seit Jahren mangels Möglichkeit zur Differenzierung (der Laden ist genauso gut und schlecht wie die anderen der branche) Aufträge nur über den Preis akquiriert und dann als eine der wenigen Möglichkeiten zur Ergebnisverbesserung die Reduzierung der Personalkosten verbleibt (daneben kann man die Auftraggeber noch etwas bescheissen, die im Regelfall viel zu blöde sind, dass auch nur im Ansatz festzustellen)



  • Wenn man es mal so ganz richtig überlgt, sind in Deutschland Politik/Regierung und die Wirtschaft eigentlich ein Joint-Venture-Unternehmen.
    boch Fragen Kienzle?

  • Was man mit so einem Jurastudum alles machen kann. Echt voll geil.
    Da wird ein Jurist, der Politiker war, nicht weiß, wie man ein Haus baut, Vorstand in einer baufirma.
    Naja, eine Firma, die wenigstens nicht nach Fachkräfte aus dem Ausland schreit. Muß man echt positiv shen.

    Also ich kenne das noch ein wenig anders, da stand einem solchen Unternehmen ein bau-ing. vor.
    Meine früheren Vorstandschef bei einem großen Maschinenbauer in NRW waren auch Maschinenbau-ing. und der Vorstand fürs Kaufmännische war Volkswirt. Aber die Zeit dürfte wohl vorbei sein.
    Der ungelernte Joschka Fischer eiert ja auch durchs Land und berät Auto- und Energie-Konzerne

    Wieso habe ich eigentlich so darauf geachtet, dass mein Sohn ein Studium aboslviert um dann in senem bereich zu arbeiten?

    ich hätte aus ihm auch einen von den AbbAS machen sollen
    Abi - bafög - bundestag - Altersversorgung
    und irgendwann einen schönen Vorstandsposten, egal welche branche, Kenntnisse braucht er zu was ja nicht.
    Mann, was war ich blöde.
    Und wir wundern uns, dass es in den Firmen immer schlechter wird?
    Da sitzen doch auch nur noch Laien und Dummschwätzer, genau wie in der Politik.
    Wichtig ist ja nicht gute Arbeit, sondern Schickie-Mickie-Partys wo man gesehen wird, merh braucht es heute nicht mehr umd "erfolgreich" zu sein
    Die Faching. stehen beim Arbeitsamt oder dürfen für 1 € blätter kehren.
    Toll

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