Medienbericht
Russland will offenbar Yukos-Tochter "verramschen"

Medienberichten zufolge will die russische Regierung einen Kontrollanteil an der Yukos-Tochter Yugans möglicherweise für vier Milliarden Dollar und damit deutlich unter den Markterwartungen verkaufen. Der Kurs der Yukos-Aktie fiel nach der Nachricht um fast zehn Prozent.

HB MOSKAU. Die Nachrichtenagentur Interfax und die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ berichteten am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise, das Justizministerium habe den Verkauf in die Wege geleitet und sei bereit, einen Abschlag auf den Wert hinzunehmen. Mit den Erlösen sollten Steuerschulden des Unternehmens in Höhe von 3,75 Mrd. Dollar beglichen werden.

Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein hatte Yugansk insgesamt mit 15 bis 20 Mrd. Dollar bewertet. In einem ungünstigen Fall könne der Wert allerdings auch nur bei 10,4 Mrd. Dollar liegen, hatte es geheißen.

Der russische Staat fordert von Yukos Steuernachzahlungen von mehr als sieben Mrd. Dollar. Viele Beobachter werten den Steuerstreit als politisch motiviertes Vorgehen der russischen Regierung und Präsident Wladimir Putin, nachdem der frühere Yukos-Chef Michail Chodorkowski politische Ambitionen nicht ausgeschlossen hatte. Gegen Chodorkowski läuft ein Prozess wegen Steuerhinterziehung und Betrug.

Yukos war nach Angaben aus Unternehmenskreisen am Freitag gezwungen, die Ölförderung um 30 000 Barrel (1 Barrel = knapp 159 Liter) zu kürzen. Grund dafür sei, dass ein sibirisches Versorgungsunternehmen die Stromlieferungen wegen ausgebliebener Zahlungen reduziert habe. Mehr als 60 % der Ölförderung von Yukos entfallen auf die Tochter Yugansk mit täglich einer Million Barrel Öl.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%