Medienbericht
Siemens soll präzises Angebot vorgelegt haben

Nach Informationen des Finanzblattes „La Tribune“ hat Siemens ein „sehr präzises Angebot“ für Alstom vorgelegt. Demnach soll eine Zerschlagung des finanziell maroden französischen Konkurrenten vermieden werden. Der Münchner Konzern gebe auch Beschäftigungsgarantien, berichtet die Pariser Zeitung in ihrer Freitagausgabe.

HB PARIS. Siemens wolle verhindern, dass Alstom dank weiterer Staatshilfen die Preise drücke und damit die Rentabilität der eigenen Geschäfte gefährde. Alstom baut neben Schiffen vor allem Turbinen und Züge und ist damit direkter Konkurrent von Siemens in Kerngeschäften.

Siemens sei speziell weder an der Alstom-Bahntechnik noch an den Gasturbinen interessiert, obwohl es die Qualität der Produkte wert schätze. Interesse habe Siemens „an der Gesamtheit, mit seinen Marktanteilen und vor allem dem Geschäftspotenzial bei der Wartung“, schreibt das Blatt. „Sein Traum: General Electric den Spitzenplatz auf dem Weltmarkt der Energieproduktion zu entreißen.“

Frankreich und die EU-Kommission haben sich grundsätzlich auf Milliarden-Finanzhilfen für Alstom geeinigt. Allerdings fordert Brüssel, dass Alstom sich zu industriellen Partnerschaften binnen zwei Jahren verpflichtet, um die dauerhafte Sanierung des Konzerns zu sichern. Alstom will eine Partnerschaft erst nach erfolgreicher Sanierung - und damit aus starker Position heraus - akzeptieren. Paris will dazu den staatlichen Atomkonzern Areva ins Boot holen und ausländische Konzerne wie Siemens draußen vor halten. Brüssel wertet das aber als Staatshilfe und würde lieber Siemens, General Electric, Bombardier oder Mitsubishi als Partner sehen. Siemens wäre bereit, gegen eine franko-französische Lösung zu klagen, und versucht nun laut „La Tribune“, mit Hilfe von Bundeskanzler Gerhard Schröder bei Alstom ins Boot zu kommen.

Spekulationen zufolge sollen die Unternehmenschefs Patrick Kron (Alstom) und Heinrich von Pierer (Siemens) am 1. Juni an einem industriepolitischen Treffen der deutschen mit der französischen Regierung teilnehmen. Bei den Gesprächen Frankreichs mit Brüssel geht es um eine 2003 gewährte Finanzhilfe von 3,2 Mrd. €, zu der der Staat 800 Mill. beiträgt, sowie darüber hinaus um Aufstockungen des Eigenkapitals von Alstom in Milliardenhöhe.

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