Medienbericht
Siemens will NSN-Standort München halten

Siemens-Finanzchef Kaeser hat scharfe Kritik am Management der Tochter NSN geäußert. Die will tausende Stellen streichen und lässt die Beschäftigten zappeln. Zumindest den Standort München will Siemens retten.
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BerlinDie Streichungspläne des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) stoßen nun auch auf Widerstand im Siemens -Management. Die von der Gemeinschaftstochter geplante Schließung des Münchner Zentralstandortes soll nach dem Willen von Siemens-Finanzchef Joe Kaeser abgewendet werden. „Siemens wird es nicht ohne weiteres hinnehmen, dass NSN aus München so einfach verschwindet“, sagte Kaeser der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). NSN solle mit den Arbeitnehmervertretern darüber verhandeln, wie man München retten könne, forderte er laut Vorabbericht.

NSN ist ein Joint Venture des Siemens-Konzerns mit dem finnischen Handyhersteller Nokia. NSN-Chef Rajeev Suri hatte zuletzt die Streichung zusätzlicher 3500 Stellen angekündigt. Damit würde sich der anvisierte Kahlschlag auf 20.500 der weltweit noch 74.000 Arbeitsplätze summieren. In Deutschland soll nach bisherigen Plänen mit knapp 3000 Jobs ein Drittel der Stellen wegfallen.

Die NSN-Belegschaft wehrt sich gegen den Sparkurs, der Betriebsrat fordert den Rauswurf von Vorstandschef Suri. Kaeser äußerte scharfe Kritik am Vorgehen des NSN-Managements. „Der einzelne Beschäftigte weiß immer noch nicht, ob er seine Stelle verliert und wie es weitergeht“, sagte er dem Blatt. „Es ist nicht zumutbar, dass die Mitarbeiter weiter in Unsicherheit leben.“ Zugleich erhöhte das Siemens-Vorstandsmitglied den Druck auf NSN-Chef Suri. „Jetzt muss jeder Schritt sitzen, der Raum für Fehler ist sehr klein geworden“, mahnte Kaeser.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Siemens will NSN-Standort München halten"

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  • NSN wir nicht dauerhaft überleben. Siemens hat dort zuviele Altlasten zur Entsorgung angesammelt. Eine Altlast ist die ehemalige Vivento Truppe der Telekom, für die NSN kaum Verwendung hat. Dort gibt es Kollegen, die zusammen mit ihren Sixt Leasingfahrzeugen seit vielen Monaten beschäftigungslos zuhause sitzen.

  • 2000 Stellen in München gerettet??!!
    Auf Kosten die andere NSN-Standorte??!!

    1. 2000 Stellen gerettet: für Mitarbeiter/Ingenieure oder "Führungskräfte"?
    2. Wo gibt es in Deutschland "Fachkräftemangel / Ingenieure"???

    Die erfahrene Ingenieure in Deutschland, sind
    für Politiker & Arbeitgeber leider kein Wert mehr. Leider nicht die Erfahrung, sonder billig, billiger und am billigsten zählt für die, die eigentlich für die Erhaltung sowie Aufbau von Arbeitsplätze sorgen müssen.

    :-((((((





  • Hoffentlich tut Siemens auch wirklich was!

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