Medienbericht über Krise an der Konzernspitze
Vossloh rechnet mit weiterem Gewinnminus

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh hat seine Aktionäre auf weiter rückläufige Gewinne vorbereitet.

HB DÜSSELDORF. Das Unternehmen stehe vor einem Jahr der Konsolidierung, in dem ein beträchtlicher Kostenblock zu bewältigen sei, sagte Konzernchef Burkhard Schuchmann bei der Hauptversammlung des Unternehmens am Mittwoch in Düsseldorf. „Die kleine Delle wirft uns nicht zurück. Danach starten wir mit Volldampf durch.“

Für das Gesamtjahr erwartet Vossloh weiter sinkende Erträge, nachdem der Gewinn bereits in den ersten vier Monaten zurückgegangen war. Der Konzern bekräftigte, er rechne mit einem auf 93,4 (Vorjahr: 105,8) Millionen Euro rückläufigen Gewinn vor Zinsen und Steuern. Der Nettogewinn werde auf 47,4 (57,2) Millionen Euro schrumpfen. Der Konzernumsatz werde dagegen voraussichtlich um 15 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro steigen.

Ein Hoffnungsträger ist das im April erworbene Diesellok-Werk im spanischen Valencia. Dort will Vossloh eine neue Großlok bauen, die bereits im kommenden Jahr auf der Fachmesse InnoTrans in Berlin vorgestellt werden soll. Sorgenkind des im MDax gelisteten Konzerns bleibt weiter das unter Auftragsrückgängen leidende Kieler Diesellok-Werk, wo zwölf Millionen Euro für Personalabbau und andere Restrukturierungskosten veranschlagt werden.

In den ersten vier Monaten 2005 verdiente Vossloh deutlich weniger als noch vor Jahresfrist, wie der Konzern auf dem Aktionärstreffen mitteilte. Der Nettogewinn sei auf 5,5 Millionen Euro nach elf Millionen im Vorjahr gesunken.

Zwischen Vorstandschef Schuchmann und Aufsichtsrat Kajo Neukirchen sei ein Machtkampf ausgebrochen, berichtete das „manager magazin“ am Mittwoch vorab aus seiner Juni-Ausgabe. Neukirchen dränge auf die Ablösung des Vorstandsvorsitzenden, schrieb das Magazin. Aufsichtsrat Neukirchen habe einen Headhunter beauftragt, um einen Nachfolger für Schuchmann zu suchen.

Zum Bruch zwischen Neukirchen und Schuchmann sei es gekommen, weil der Vorstandschef Vossloh in eine Europäische Aktiengesellschaft habe umwandeln wollen. Neukirchen hätte damit voraussichtlich sein Mandat bei Vossloh verloren. Ein Unternehmenssprecher wollte keine Stellungnahme zu dem Magazinbericht abgeben.

Schuchmann, dessen Vertrag Ende 2006 ausläuft, sagte indes unter dem Applaus der Aktionäre: „Es macht mir Spaß bei Vossloh. Und alles Weitere werden wir sehen.“ Ob er 2007 noch an der Spitze des Unternehmens stehen werde, ließ er allerdings offen. Die Vossloh-Aktie notierte am Nachmittag mit 39,00 Euro rund 1,9 Prozent im Minus.

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