Medienbericht: VW-Manager könnte bereits im März neuer Opel-Chef werden

Medienbericht
VW-Manager könnte bereits im März neuer Opel-Chef werden

Der Autobauer Opel könnte bereits früher als erwartet einen neuen Chef bekommen. Der als Nachfolger von Thomas Sedran gehandelte VW-Manager Karl-Thomas Neumann werde früher aus seinem aktuellen Vertrag entlassen.
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FrankfurtDer Autobauer Volkswagen lässt seinen Topmanager Karl-Thomas Neumann einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zufolge schneller an die Spitze des Konkurrenten Opel wechseln als bislang erwartet. Neumann dürfe seinen neuen Posten als Vorstandschef des Rüsselsheimer Unternehmens schon am 1. März antreten. Volkswagen entlasse Neumann, dessen Vertrag in Wolfsburg noch bis zum 30. Juni laufe, vorzeitig aus seinen Verpflichtungen.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors hatte im November entschieden, dass der 51-Jährige Chef der angeschlagenen Tochter Opel werden soll. Doch VW wollte Neumann bislang nicht vorzeitig ziehen lassen. Der leidenschaftliche Marathonläufer war bei Volkswagen zuletzt Leiter des China-Geschäfts und Mitglied des Konzernvorstands.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigten Unternehmenskreise den vorzeitigen Wechsel Neumanns auf den Chefsessel von Opel. Der Manager tritt damit schon bald einen der schwierigsten Jobs in der Automobilindustrie an.

Schließlich hat Opel einen gewaltigen Berg an Problemen: Neumann muss die chronische Verluste schreibende Rüsselsheimer Marke mit dem Blitz und ihre britische Schwester Vauxhall in den nächsten Jahren aus einem tiefen Tal führen, in das sie trotz zahlreicher Sanierungsbemühungen mehrerer Vorgänger immer noch steckt. In der langen Reihe der Opel-Chefs seit den 1970er Jahren wäre er die Nummer 17.

Opel wird derzeit noch von dem Sanierungsexperten Thomas Sedran geleitet, der nach Firmenangaben aber nur solange im Amt bleiben soll, bis ein neuer Chef gefunden ist. Opel macht die Absatzmisere in Südeuropa besonders schwer zu schaffen, weil dem Unternehmen ein Vordringen in andere, lukrativere Regionen von der Konzernmutter GM weitgehend verwehrt wird. Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky fürchtet, dass der Autobauer noch jahrelang Verluste schreiben könnte.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Für alle, die glauben, da kommt ein absoluter Top-Mann, der bei VW einen richtigen Top-Job geleistet hätte, mal folgendes Zitat aus Juli 2012:

    "VW-Boss Martin Winterkorn besetzt die wichtige Position mit einem engen Vertrauten – der war Neumann nicht. Seine Zukunft ist offen. “Wir suchen für Herrn Dr. Neumann eine neue Aufgabe im Konzern”, sagte Winterkorn am Samstag knapp. Beim beispiellosen Umbau der Führungsstruktur war das offenkundig nicht gelungen.

    Neumann leitete zwei Jahre lang die Geschäfte für VW auf dem größten Automarkt der Welt und dem größten Einzelmarkt von Volkswagen. Dabei ging der Manager und Elektroingenieur sachlich an Probleme heran und wich unbequemen Wahrheiten nicht aus. In deutschen Medien wurde der 51-Jährige lange als möglicher Nachfolger Winterkorns an der Spitze des VW-Konzerns gehandelt. Doch das Verhältnis mit Wolfsburg galt nicht als das Beste, ihm fehlte offensichtlich die Hausmacht."

    Auf Deutsch: Die haben den aussortiert.

    Das mit Conti zwischendurch war wohl auch nichts, erst deutlich NACH ihm kam der sensationelle Aufstieg Contis zur Nr.1 noch vor Bosch (ergebnisseitig).

    Also wieder nur eine zweitklassige Lösung für Opel. Und nun gehts dort halt weiter munter bergab.

  • Der Mann war seit 1.1.2012 in China. Wahrscheinlich will er zurück nach Deutschland und VW hat keine Verwenung mehr für ihn.

  • Ich gebe ihm keine 36 Monate.

    Dann wandert er - offiziell aus freien Stücken - weiter, wie er es bereits häufiger getan hat.

    Für Opel wird das dann das Finale: Opeltanic.

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