Medienbericht
VW will Karmann retten

Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen will den insolventen Zulieferer Karmann übernehmen. Entsprechende Verhandlungen bestätigte Karmann am Samstag. Damit könnte eine für Anfang November drohende Schließung des Osnabrücker Traditionsunternehmens möglicherweise noch abgewendet werden. Doch die Eigentümerfamilie hat offenbar deutlich andere Preisvorstellungen als VW.
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HB OSNABRÜCK. Der insolvente Cabriospezialist Karmann hat möglicherweise doch noch eine letzte Chance: Volkswagen wolle den vom endgültigen Aus bedrohten Zulieferer mit einem Übernahmeangebot retten und biete einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag für das Unternehmen, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Ein Sprecher der Karmann-Gesellschafter bestätigte der Online-Ausgabe der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ entsprechende Verhandlungen. Diese Gespräche würden schon seit geraumer Zeit geführt, hieß es. Der Zeitung zufolge steht die Übernahme unmittelbar bevor. Die Wolfsburger VW-Konzernzentrale wollte sich zunächst nicht zu den Berichten äußern.

Wie der Sprecher der Karmann-Gesellschafter weiter sagte, gehe es VW um größere Teilbereiche des Osnabrücker Werksgeländes. Am ehemaligen Karmann-Standort in Rheine bestehe kein Interesse. Strittig ist den Informationen zufolge der Kaufpreis. Wie die Zeitung erfuhr, fordern die Karmann-Gesellschafter rund 65 Millionen Euro.

Volkswagen war früher ein großer Karmann-Kunde und hatte erst im August noch einen Entwicklungsauftrag an das Osnabrücker Unternehmen vergeben. Seit Monaten wird schon über einen möglichen Einstieg von Volkswagen bei Karmann spekuliert.

Karmann droht ohne frisches Geld schon am 1. November die endgültige Schließung - und den verbliebenen 1600 Beschäftigten der Verlust ihrer Jobs. Die Hälfte von ihnen soll ohnehin entlassen werden. Die Autokrise hatte den schon angeschlagenen Cabriobauer schwer erwischt. Ende Juni war das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

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