Medienbericht
VWs Lkw-Baukasten ist gescheitert

VW-Nutzfahrzeugchef Leif Östling hat die Pläne für einen weltweiten Baukasten für leichte und mittlere Lkw gestoppt. Das berichtet das „Manager Magazin“. Einen Neustart des Projekts werde es nicht geben.
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HannoverVolkswagen hat bei der geplanten Verzahnung seiner Nutzfahrzeug-Sparte mit der Tochter MAN einem Magazinbericht zufolge einen Rückschlag erlitten. Lkw-Vorstand Leif Östling habe die Pläne für einen weltweiten Baukasten für leichte und mittlere Lkw auf Eis gelegt, berichtet das „Manager Magazin“ am Mittwoch vorab aus seiner neuen Ausgabe.

Das in Wolfsburg unter dem Titel „Phevos“ laufende Projekt sei nach Kosten von mehr als 500 Millionen Euro gestoppt worden, einen Neustart werde es nicht geben, berichtete das Magazin unter Berufung auf Unternehmenskreise. VW wollte sich dazu nicht äußern.

Weiter verfolgt werde nur ein Baukasten mit gleichen Komponenten für Fahrzeuge, die in Lateinamerika verkauft werden. Der seit Anfang September für das weltweite Nutzfahrzeug-Geschäft von VW verantwortliche Östling sei zu dem Schluss gekommen, mit den restlichen Modellen lasse sich nicht genug Geld verdienen.

Insgesamt wollte VW künftig - ähnlich wie bei Pkw - mehr als ein Dutzend unterschiedlicher Lastwagen-Modelle auf einer Plattform mit möglichst vielen gleichen Bauteilen produzieren: Die Palette sollte dem Magazinbericht zufolge von großen Transportern, über leichte und mittelschwere Lkw bis hin zu robusten chinesischen Lastern reichen.

Die Entwicklung solcher Baukästen kann enorme Kosten sparen. Allerdings nimmt sie viel Zeit und Aufwand in Anspruch, da Nutzfahrzeuge in vielen Varianten angeboten werden und weltweit verschiedene Abgasnormen zu erfüllen sind. VW unternimmt seit mehreren Jahren Anläufe, um im Nutzfahrzeug-Geschäft stärker Fuß zu fassen. Dabei sollen die Beteiligungen an MAN und Scania Hilfestellung leisten.

Der auf schwere Lkw spezialisierte und äußerst rentable schwedische Nutzfahrzeugbauer Scania, den Östling von 1994 bis zu seiner Berufung in den VW-Vorstand geleitet hat, pocht in der Allianz jedoch auf seine Selbstständigkeit. Die Marken dürften durch die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit nicht beschädigt werden, sagte Östlings Nachfolger Martin Lundstedt auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover.

Ein gemeinsames Händlernetz oder gemeinsame Service-Center werde es mit MAN daher nicht geben. MAN kämpft derweil mit dem schwachen Lkw-Geschäft in Europa und Lateinamerika: Die Münchener kürzten zuletzt die Produktion und die Belegschaft, da auf Halde produziert wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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