Medienberichte
Betrugs-Ermittlungen gegen Strabag-Mitarbeiter

Einer der größten Baukonzerne Europas, die Strabag Holding, soll nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ in einen millionenschweren Betrugsskandal verstrickt sein. Die Ermittler waren dem Kartell bei den Ermittlungen zu einem Doppelmord in der Dominikanischen Republik auf die Spur gekommen.

HB HAMBURG/CHEMNITZ. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Oberbauleiter für den Ausbau der Autobahn 72 (Chemnitz- Hof) wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Der Mann sitze seit Anfang Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft, sagte am Montag Christian Goltz, Pressesprecher der Wirtschaftsabteilung. Das Oberlandesgericht habe die weitere Inhaftierung angeordnet. Dem Mann werde zur Last gelegt, gemeinsam mit von ihm beauftragten Subunternehmern Mill. veruntreut zu haben.

Laut „Spiegel“-Bericht hatten die Ermittler erste Hinweise auf ein raffiniert aufgebautes Kartell aus Sub-Unternehmen und Sub-Sub-Unternehmen gefunden, als sie einen Doppelmord in der Dominikanischen Republik im April 2003 untersuchten. Damals war ein aus Plauen stammendes Paar auf der Karibikinsel getötet worden. Sowohl Täter als auch Opfer sollen an dem Firmenkonstrukt beteiligt gewesen sein, das der ehemalige Strabag-Mitarbeiter maßgeblich initiiert haben soll, hieß es im „Spiegel“.

In einem ersten Prozess gegen Beschuldigte in dem Mordfall hatte das Landgericht Chemnitz im Dezember 2005 mehrjährige Haftstrafen verhängt. Ein damals 45 Jahre alter Ex-Bauunternehmer erhielt wegen zweifachen Totschlags durch Unterlassen acht Jahre Gefängnis. Ein 40 Jahre alter früherer Türsteher wurde wegen zweifacher Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung zu vier Jahren Haft verurteilt. Beiden Männern konnte ein Mord nicht nachgewiesen werden. Sie bezichtigten einen Dritten als Alleintäter. Der Prozess gegen ihn begann im Januar und ist noch nicht abgeschlossen.

Schon im ersten Prozess hatte die Staatsanwaltschaft den Fall als „Spitze einer Pyramide“ bezeichnet. „Der gesamte Komplex wird die Justiz noch lange beschäftigen“, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Vogel seinerzeit.

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