Medienberichte
Daimler kürzt Schichten in Sindelfingen

Der Automobilkonzern Daimler kürzt im Werk Sindelfingen die Produktion quer über alle Baureihen. Das Unternehmen plant zwar einen Rekordabsatz für dieses Jahr, doch die Fertigung im vierten Quartal ist ein Streitpunkt.
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StuttgartDie schlechte Autokonjunktur trifft das größte Pkw-Werk von Daimler hart: In Sindelfingen müsse die Produktion quer durch alle Baureihen gekürzt werden, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montagabend zu Reuters. Der Betriebsrat verhandle mit der Unternehmensleitung über Schichtmodelle und finanzielle Auswirkungen auf die Beschäftigten.

Die „Stuttgarter Zeitung“ schreibt sogar von einem Eklat, den die Auftragslage in der Fabrik ausgelöst habe: Werksleitung und Betriebsrat hätten sich nicht auf die Schichtpläne für das vierte Quartal einigen können, meldete das Blatt vorab aus seiner Dienstagausgabe.

Deshalb habe das Unternehmen die Einigungsstelle angerufen. Das habe es seit mehr als vier Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Von Mitarbeitern sei zu hören, dass vor allem die S-Klasse schlecht laufe und nur noch in einer Schicht produziert werden solle, schreibt die Zeitung weiter. Ein Daimler-Sprecher wollte sich zu laufenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat nicht äußern. „Wir planen unverändert im laufenden Jahr einen Rekordabsatz bei Mercedes-Benz Pkw“, sagte der Sprecher. „Wir schauen uns aber auch die Nachfrage an und richten unsere Produktion daran aus.“ Zu konkreten Produktionszahlen wollte der Sprecher nichts sagen, wies aber darauf hin, dass die S-Klasse im letzten Jahr ihres Produktionszyklus sei.

Bis 2014 plane Daimler unverändert, die Belegschaft um 250 Stellen aufzustocken. Daimler will Konzerninsidern zufolge in seiner Pkw-Sparte auch ohne Stellenabbau mehr als eine Milliarde Euro einsparen. Personalmaßnahmen seien im vom Vorstand beschlossenen Maßnahmenpaket nicht enthalten und auch nicht vorgesehen, sagten am Freitag zwei mit der Situation vertraute Personen Reuters. Das „Fit for Leadership“ titulierte Programm solle letztlich durch Produktivitätszuwächse, Kostensenkungen und höhere Umsätze „deutlich mehr“ als eine Milliarde Euro einspielen.

Daimler hatte am Donnerstag seine Gewinnprognose für die Pkw-Sparte für 2012 einkassiert und mit dem absehbaren Gewinnrückgang auf unter 5,2 Milliarden Euro seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Die Stuttgarter stehen unter Zugzwang, in der Pkw-Sparte - dem größten Umsatz- und Gewinnbringer - das seit langem versprochene Renditeziel zu erreichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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