Medienberichte
MAN vor Einigung mit Ex-Chefs

Im Jahr 2009 flog bei MAN ein Korruptionsskandal auf. Für viele Manager hatte die Affäre ein juristisches Nachspiel. Offenbar rückt jetzt eine Einigung des Konzern mit den früheren Managern über Schadensersatz näher.
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MünchenDrei Jahre nach der Schmiergeldaffäre beim Lkw- und Maschinenbauer MAN rückt eine Einigung des Konzerns mit früheren Top-Managern über Schadenersatz näher. Es gebe eine Annäherung, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Gespräche mit der Manager-Haftpflichtversicherung seien auf gutem Weg. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Die "FAZ" berichtete, MAN habe sich mit Ex-Konzernchef Hakan Samuelsson, dem ehemaligen Finanzvorstand Karlheinz Hornung und dem früheren Chef der Nutzfahrzeugsparte, Anton Weinmann, über die Höhe der Zahlungen verständigt. Samuelsson solle einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag zahlen, Hornung und Weinmann Summen in sechsstelliger Höhe.

Bei MAN war 2009 ein Korruptionsskandal aufgeflogen. Der Konzern hatte den Verkauf von Lastwagen, Bussen und Maschinen jahrelang mit Schmiergeldern angekurbelt. MAN musste schließlich ein Bußgeld von 150 Millionen Euro zahlen. Für viele Manager hatte die Affäre ebenfalls ein juristisches Nachspiel: Mehrere frühere Führungskräfte wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der einstige Chef der Nutzfahrzeugsparte Weinmann steht ab Donnerstag wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr vor dem Münchner Landgericht. MAN verlangte im vergangenen Jahr von Ex-Chef Samuelsson 237 Millionen Euro Schadenersatz, von weiteren früheren Führungskräften teils dreistellige Millionenbeträge.

Laut FAZ steht die Einigung des Konzerns mit dem einstigen Spitzentrio unter dem Vorbehalt, dass die Versicherung zustimmt. Es gehe darum, welche Zahlungen sie übernehme. Unternehmen schließen gegen mögliche Fehltritte ihres Top-Managements sogenannte Directors&Officers-Versicherungen (D&O) ab. Leistungen daraus sind oft umstritten. So zankte sich etwa Siemens im Nachgang zur milliardenschweren Schmiergeldaffäre des Konzerns mit einem Versicherungskonsortium und erhielt lediglich 100 Millionen Euro. Mit Ex-Vorstandschef Heinrich von Pierer einigte sich der Konzern auf eine Schadenersatzzahlung von fünf Millionen Euro. Andere Manager kamen mit 500.000 Euro davon. Siemens gilt bei MAN als Vorbild in der Aufarbeitung der Korruptionsaffäre. Allerdings ging es beim Lastwagenbauer deutlich schneller.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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