Medienberichte
Spanien erlaubt möglicherweise Eon-Endesa-Fusion

Erst am Wochenende wird die spanische Energieaufsicht voraussichtlich über die Fusion von Eon und Endesa entscheiden. Doch bereits jetzt sind Meldungen im Umlauf, die den Aktien der betroffenen Unternehmen kräftig Auftrieb geben.

HB MADRID. Die spanische Energieaufsicht CNE wird nach ungesicherten Angaben der Nachrichtenagentur Reuters kein Veto gegen das milliardenschwere Angebot des Eon-Konzerns zur Übernahme von Endesa einlegen. Die Behörde prüfe aber noch, welche Auflagen sie Eon für die Übernahme mache, verlautete am Donnerstag. Eine Entscheidung wird bis zum Wochenende erwartet.

Spanische Zeitungen berichteten, die Behörde werde die Pläne unter Auflagen genehmigen. Die Zeitung „La Vanguardia“ meldete ohne nähere Angaben von Quellen, die CNE werde von Eon verlangen, nach einer Übernahme die Endesa-Beteiligungen an Atomkraftwerken zu verkaufen. Zudem müsse Eon zusichern, Spanien bei der Gasversorgung nicht gegenüber Deutschland zu benachteiligen.

In anderen Zeitungen hieß es, Eon müsse sich von einigen Endesa-Teilen trennen. „ABC“ berichtete, die CNE verlange die Abgabe von 30 Prozent der Anteile an dem spanischen Versorger. Atomkraftwerke. Mit einer Entscheidung der Behörde wird bis zum Wochenende gerechnet. Eon will Endesa für knapp 27 Mrd. Euro übernehmen und damit an die Weltspitze der Strom- und Gasversorger rücken.

Eon trifft mit seiner Offerte auf den Widerstand der Regierung in Madrid. Diese hatte sich für eine Übernahme von Endesa durch die heimische Gas Natural ausgesprochen, um einen großen spanischen Energiekonzern zu schmieden. Die Bar- und Aktienofferte von Gas Natural ist derzeit etwa 20,7 Mrd. Euro wert, Eons Angebot ist eine reine Barofferte.

Die spanische Regierung hatte die Rechte der CNE ausgeweitet, nachdem Eon im Februar die Offerte von Gas Natural überboten hatte. Die EU-Kommission hat das Vorgehen kritisiert und die Pläne von Eon bereits gebilligt. Spanien droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, sollte die EU-Kommission das Vorgehen der CNE nicht akzeptieren.

Die Eon-Aktie hatte nach den Zeitungsberichten am Donnerstag deutlich zugelegt und 5,1 Prozent im Plus bei 94,75 Euro den Handel beendet. Die Endesa-Papiere verteuerten sich um 4,34 Prozent auf 26,22 Euro.

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