Medienberichte TNK-BP-Milliarden-Deal rückt näher

Verkauft BP seine Anteile an dem Joint-Venture TNK-BP an Rosneft, wäre dies der größte Deal in der Ölbranche seit Jahren. Angeblich sind die Würfel gefallen – laut Medienberichten ist das Geschäft in trockenen Tüchern.
Update: 21.10.2012 - 18:59 Uhr 5 Kommentare
Das BP-Logo an einer Tankstelle in St. Petersburg. Quelle: Reuters

Das BP-Logo an einer Tankstelle in St. Petersburg.

(Foto: Reuters)

London/MoskauDie Spitze des britischen Energiekonzerns BP soll Zeitungsberichten zufolge zu einem milliardenschweren Ölgeschäft mit dem russischen Staatskonzern Rosneft bereit sein. Die Zustimmung zu dem Milliarden-Deal sei groß, berichtete die Zeitung „Financial Times“ (Samstag). Es seien aber noch einige Fragen zu klären, zitierte das Blatt eine nicht näher genannte Quelle. Der BP-Vorstand sei am Freitag zusammengetroffen.

Die Moskauer Zeitung „Kommersant“ berichtete unter Berufung auf Informanten, BP habe dem Deal bereits zugestimmt. Demnach sollen die Briten für ihren 50-Prozent-Anteil an TNK-BP etwa 17 Milliarden US-Dollar (13 Mrd Euro) sowie 13 Prozent der Rosneft-Aktien erhalten. Damit würde BP größter Aktionär bei den Russen nach dem Staat. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht. Am Sonntagabend meldete auch die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Berufung auf informierte Kreise, dass Rosneft den Vertragsbedingungen von BP zugestimmt hat.

Rosneft soll sich für 28 Milliarden US-Dollar bereits die zweite Hälfte an TNK-BP gesichert haben, die einem Konsortium russischer Oligarchen gehört. Mit der Gesamtübernahme würde Rosneft zum größten börsennotierten Ölförderer der Welt.

BP-Chef Bob Dudley habe verschiedene Möglichkeiten für die Zukunft des Unternehmens in Russland aufgezeigt, schrieb die „Financial Times“. So sei über den Verkauf an Rosneft, aber auch eine weitere Zusammenarbeit bei TNK-BP mit den derzeitigen Partnern gesprochen worden.

Experten weisen darauf hin, dass sich der Verkauf für BP auch deshalb lohne, weil der Konzern auf lukrative Projekte in Russland hofft. Zweifel gibt es aber am Nutzen des Geschäfts für Rosneft, dessen Vorsitzender Igor Setschin ein enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin ist, sowie die russische Wirtschaft. Das Unternehmen übernehme auch hohe Schulden von TNK-BP, meinen Analysten in Moskau.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Medienberichte: TNK-BP-Milliarden-Deal rückt näher"

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  • BP bracht Liquides nach den Verlusten in USA wegen Schadenbeseitigung im Mexikanischen Golf. Um zu überleben, verscherbeln sie ihr Tafelsilber.Die Russen schlagen verständlicherweise zu, und der KGB-Oligarch Putin hat jetzt auch das Ölmonopol im Lande. Mittelfristig werden die Ölpreise gewaltig steigen ( wegen zunehmender Knappheit ) und die Russen machen den Reibach. So will Putin in seinem Reich die mangelnde Wirtschaftsentwicklung ausgleichen...ob die Rechnung aufgeht..es sind große Zweifel angebracht.

  • Rußland setzt auf Öl, (Dumm)Deutschland auf EE
    In Rußland sinkt der Ölpreis, in Deutschland gehen die Energiepreise (Strom) dank EEG und Netzgebühren durch die Decke.
    PV und "Offshore-Windmühlen" werden hier übermäßig subventioniert.
    Deshalb haben wir auch die zweithöchsten Strompreise in Europa.
    Putin macht es richtig!

  • "Über Öl-Substitute würde ich mir weniger Gedanken machen, denn diese Technologien sind - so zeigt es die jüngste Geschichte - i. d. R. viel weiter von der Praxis entfernt, als erhofft."

    Stimmt, aber ich denke die Zeit ist nicht weit weg.
    Noch müssen sich erst die Investitionen für die Vergasung der Lebensmittel rentieren, dann wird man das Augenmerk genau auf diese Produkte richten, die CO2-Neutraler verbrannt werden können.
    Und wenn der Benzinpreis weiter so durch die Decke schießt, gehts noch schneller.

  • Über Öl-Substitute würde ich mir weniger Gedanken machen, denn diese Technologien sind - so zeigt es die jüngste Geschichte - i. d. R. viel weiter von der Praxis entfernt, als erhofft.

    Die Frage ist, warum der Aktienkurs von BP nicht durch die Decke geht, denn dieser Deal ist, trotz aller Risiken, das beste, was BP passieren konnte. Die Chancen sind immens für ein Unternehmen, das ohne rohstoffreichen Heimatmarkt den Anschluss zu verlieren drohte...

  • Naja, ob Russland und England in den nächsten Jahren tatsächlich sooo davon profitieren?

    http://www.vorweggehen.de/erneuerbare-energien/bio-sprit-aus-spanischen-algen/

    Öl konnte schon bald sehr viel billiger werden, und nicht mehr so weltweiten Spekulanten, Oligarchen, Finanzzersetzern und Umweltzersetzern Millarden einbringen, weil immer weniger auf diese Ex- und Importe angewiesen sind.

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