Medikament-Kopien
Stada verstärkt Biotech-Nachahmergeschäft

Durch eine Zusammenarbeit mit der ungarischen Firma Richter will Stada sein Geschäft um biotechnologische Nachahmerprodukte verstärken. Die Marktaussichten auf dem Gebiet sind hervorragend. Das honorieren die Börsen.
  • 0

FrankfurtDer Arzneimittelhersteller Stada stärkt sein Geschäft mit biotechnologischen Nachahmermedikamenten. Stada will künftig bei der Entwicklung von zwei Generika von Antikörpern mit der ungarischen Pharmafirma Richter zusammenarbeiten, wie das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt am Dienstag mitteilte. Bei den Wirkstoffen handelt es sich um biologische Kopien der zwei Antikörper Rituximab und Trastuzumab, die als Originalpräparate Mabthera und Herceptin vom Schweizer Pharmariesen Roche zur Behandlung von Krebs und vermarktet werden.

An der Börse wurde die Zusammenarbeit positiv gesehen. Stada- sowie Richter-Aktien legten jeweils ein Prozent zu.

Im Zuge der Vereinbarung mit Richter bekommt Stada nun Vertriebsrechte für die Rituximab-Kopie in Europa und in mehreren Ländern Osteuropas. Russland ist nicht dabei. Stada muss neben einer ungenannten Anfangszahlung abhängig von Entwicklungsfortschritten weitere Gelder an Gideon zahlen, die sich insgesamt auf einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag summieren. Das Nachahmermittel ist bei Richter noch in der Entwicklung, die Zulassung wird Ende 2017 angepeilt.

Umgekehrt erwerben die Ungarn für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag von Stada den Entwicklungsstand für einen biologischen Nachahmer des Wirkstoffs Trastuzumab. Stada hatte seine Arbeiten an dem Wirkstoff Ende 2010 aus Kostengründen eingestellt. Richter wolle mit dem Zugriff auf die Arbeiten von Stada die eigene Entwicklung der Substanz schneller voranbringen, erklärte Stada. Der Beginn der klinischen Studien sei in zwei Jahren geplant. Stada erhalte die Option auf eine spätere Vertriebslizenz für die Arznei.

Der Markt für Nachahmer von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln - im Fachjargon „Biosimilars“ genannt - könnte Experten zufolge bis 2015 auf ein Jahresvolumen von etwa zehn Milliarden Dollar wachsen. Die Herstellung von Kopien solcher Biotech-Substanzen ist allerdings deutlich komplizierter als bei herkömmlichen Arzneimitteln und für die Generika-Unternehmen mit viel höheren Entwicklungskosten verbunden. Biotechnologische Präparate, deren Wirkstoffe auf großen Proteinmolekülen wie etwa Antikörpern basieren, gelten häufig als einzige Behandlungsmöglichkeit bei schweren Krankheiten wie Krebs.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medikament-Kopien: Stada verstärkt Biotech-Nachahmergeschäft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%