Medikament Xarelto
Bayer hofft auf Milliardengeschäft

Am Mittwoch berät ein Gremium, ob das Thrombosemedikament Xarelto von Bayer zur Verhinderung von Herzinfarkten in den USA zugelassen werden darf. Bei einem positiven Entscheid könnte ein Milliardengeschäft winken.
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Washington/FrankfurtBayer steht mit seinem Thrombosemedikament Xarelto vor einer wichtigen Entscheidung in den USA. Am Mittwoch befasst sich dort ein Beratergremium von Medizinexperten mit der Frage, ob die Tablette zur Verhinderung erneuter Herzinfarkte bei Patienten mit der Herzkrankheit ACS zugelassen werden soll. Das Mittel ist in den USA und in Europa bereits seit 2011 zur Schlaganfall-Prävention zugelassen - das ist das größte Einsatzgebiet für das Medikament.

Das akute Koronarsyndrom (ACS) entsteht, wenn Blutgerinnsel Herzkranzarterien blockieren und so die Blutversorgung des Herzens vermindern. Dies kann unter anderem zu tödlichen Herzinfarkten führen. Rund eine Million Menschen werden jedes Jahr in den USA wegen ACS ins Krankenhaus eingeliefert, hauptsächlich nach einem Herzinfarkt.

Im Vorfeld der Tagung des Beratergremiums sprach sich die US-Gesundheitsbehörde FDA grundsätzlich dafür aus, das Präparat zur Verhinderung von Herzinfarkten bei ACS-Patienten zuzulassen. Sie bemängelte aber fehlende Daten bei einer wichtigen Studie mit dem Medikament. In den am Montag auf der FDA-Webseite veröffentlichten Dokumenten äußerte die Behörde zudem Zweifel, ob mit Gabe von Xarelto das Sterberisiko bei ACS-Patienten abnimmt.

Die mehr als 150 Seiten langen Unterlagen dienen dem Beratergremium der Medizinexperten neben anderen Dokumenten als Vorlage für ihre Tagung. Es wird erwartet, dass die Experten am Mittwoch eine Empfehlung aussprechen, ob Xarelto im Behandlungsfeld ACS zugelassen werden soll oder nicht. Üblicherweise folgt die FDA den Empfehlungen ihrer Beratergremien. Bis Ende Juni muss sie über den Zulassungsantrag entscheiden.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Bayer-Aktie lag zeitweise 2,5 Prozent im Plus. Der Leitindex Dax gewann gleichzeitig 1,2 Prozent.

Nach Einschätzung von Analysten könnte sich für Bayer und Johnson & Johnson im Behandlungsfeld ACS für Xarelto ein Markt von zwei bis drei Milliarden Dollar eröffnen. Johnson & Johnson besitzt für Xarelto in den USA die Vertriebsrechte für das Präparat. Schafft es Xarelto in den USA in diesem Therapiegebiet auf den Markt, könnten Bayer und Johnson & Johnson gegenüber der US-Konkurrenz punkten. So hatte das Präparat Eliquis von Pfizer und Bristol Myers-Squibb in einer ACS-Studie nicht die erhofften Resultate gezeigt. Die Studie musste abgebrochen werden, weil zu häufig gefährliche Blutungen aufgetreten waren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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